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Samstag, April 16

Reha, zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Über meine Corona Erkrankung habe ich an dieser Stelle ja bereits geschrieben, auch über die Tatsache, dass die Erkrankung mit Long Covid eine unangenehme Fortsetzung fand aus der ich noch immer nicht herausgefunden habe. Doch nicht nur das, sogar meine längst überstandene rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) meldete sich gegen Ende des Jahres 2021 wieder zurück! Das führte dazu, dass zunehmend Schmerzen auftauchten, die ich seit ca. drei Jahren nicht mehr kannte und wieder Medikamente zuführen musste, die ich nicht mehr benötigte. Ich war stolz darauf, die Krankheit in gewisser Weise besiegt zu haben! Ein Trugschluss!

Die Schübe wurden immer öfter, die Schmerzen immer stärker! Nachdem ich bereits im Vorjahr eine Reha beantragte meinte es das Schicksal gut mit mir, den just zu der Zeit als es mir wirklich schlecht ging Mitte März 2022) begann mein Reha-Aufenthalt im Klinikum Malcherhof. Eine Spezialklinik für rheumatische Erkrankungen in welcher ich in der Akut-Phase (2014 bis 2016) bereits mehrmals untergebracht war! Die Überschrift zu diesem Artikel drückt es wirklich so aus wie es war, denn ich war in der Tat zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Denn gerade in der ersten Woche waren die Schübe und Schmerzen so heftig, dass ich nahezu jeden Tag ziemlich verzweifelt und sehr oft den Tränen nahe war! Der Malcherhof hat nun den Vorteil mit Ärzten und sonstigen Spezialisten dauerhaft besetzt zu sein. Zu meinem Leidwesen erhielt ich hohe Dosen an Medikamenten. Das ist nicht ganz mein Ding, war aber notwendig um die im Blutbild deutlich sichtbaren Entzündungswerte, wie auch die Schmerzen, zu senken. Nach knapp einer Woche war ich wieder in der Spur, es ging mir zunehmend besser! Bedingt dadurch war es endlich möglich mich auf die Reha und die tollen Behandlungen zu konzentrieren! Als "braver Patient" nahm ich jede Hilfestellung dankend an!

Gerade in Baden
hat man neben der Reha viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. So bummelte ich mehrmals durch die lebhafte Stadt, der man es anmerkt eine Kurstadt, aber auch früher einmal kaiserliche Sommerresidenz gewesen zu sein. Ich besuchte auch den Kurpark wie auch Rosarium im Doblhoff-Park, letzteres übrigens ein absolutes Muss! Immer wieder war ich - als leidenschaftlicher Fotograf - mit meinen Kameras unterwegs um die schönsten Momente einzufangen. Nahezu täglich war ich zu Fuß unterwegs, speziell zum Nordic Walking, aber am letzten Tag auch als Läufer. Endlich!

Zurück kommend auf den eigentlichen Grund meines Aufenthaltes kann ich nun deponieren, es hat sich gelohnt, es geht mir gut! Ich nehme einmal pro Woche ein leichtes Rheuma-Medikament, aber nichts mehr gegen Schmerzen. Meine Blutwerte sind wieder vollkommen in Ordnung, mein Körper beweglicher! Hinzu kommt, dass ich vier Kilo abgenommen habe und mich sehr gut fühle. Natürlich ist mir bewusst, dass sich das ändern kann, aber ich werde alles daran setzen, um einen gesundheitlichen Rückfall zu vermeiden! Ich kann das!

Im nachfolgenden Album finden sich meine Impressionen. Klick aufs Bild, dann bist du dabei!

Sonntag, April 11

Laufen - und wie alles begann!

Foto 1: Erster Halbmarathon
Im Jahr 1999, im doch schon fortgeschrittenem Alter von 50 Jahren (!) habe ich ernsthaft mit dem Laufen begonnen, wobei, etliche fehlgeschlagene Versuche gab es ja schon vorher. Natürlich war es auch bei mir so, dass es anfangs eine einzige Qual war mich über ein paar Kilometer zu schleppen. Noch dazu weil ich damals mehr als 85kg auf die Waage brachte. Ungeduldig wie ich bin nahm bereits im Herbst des Jahres 2000 erstmals an einem Halbmarathon teil. Es hätte schlimmer kommen können, zeigten mir Ablauf und Zeit gleich meine Grenzen auf. Aber ich bin ja Hobbyläufer und darf somit andere Ansätze haben als Profis.

Foto 1: Das erste Foto zeigt mich nicht etwa in Führung liegend, sondern bei dem oben erwähnten ersten Halbmarathon, den ich mit 2:04:05 finishte. Da man immer an der 2-Stunden-Marke gemessen wird gab ich meine Zeit oft mit 1h64 bekannt. Das brachte mir wohlwollenden Respekt ein und zeigt auch, dass die Menschen oft nicht richtig zuhören ;-)

Foto 2: Erster Marathon
Im Jahr 2002 der erste Marathon in Wien, den ich glücklich mit mit einer Zeit von 4h36 und Tränen in den Augen beendete. Dass ich schon zwei Jahre später - mit 3h46 - um eine dreiviertel Stunde schneller sein werde ahnte ich damals noch nicht! Auch nicht, wieviele Erfahrungen hinzukommen werden. Also Verletzungen, Schmerzen, Freud und Leid.

Wenn man aber den "kritischen Punkt" überwunden hat macht das Laufen süchtig, wie eben in meinem Fall. So stieg der Jahresumfang kontinuierlich sogar bis auf ca. 2.200 KM an. Weiters nahm ich regelmäßig an Wettbewerben teil, die das Salz in der Suppe darstellen und zum Läuferleben dazugehören. Bei den Männern sowieso! Der Bogen spannte sich von 5KM-Läufen, über Crosswettbewerbe zum Viertel-, Halb- und dem ganzen Marathon. Bis zum letzten und schönsten sind es neun geworden.

Foto 22002 bei meinem ersten Marathon in Wien. Übergewichtig, "modernes Outfit" und es hat den Anschein, als ob ich mühevoll aufwärts laufe. Nein, es war "brettleben"!

Foto 3: Sonnenlauf
Ich war so fasziniert von dem was sich in Körper und Geist tat, dass ich bald einen Laufverein in meiner Heimatstadt gründete (2003), den LC Vitus, der viele Menschen zu Laufen brachte. Dem nicht genug erfand ich im Jahr 2004 den Sonnenlauf-Halbmarathon, den ich dann mit meinen Lauffreunden aus dem Verein gut organisierte. Von Beginn an mit im Programm Kinderläufe um die Jugend zu fördern. Bald darauf kam auch ein Viertelmarathon dazu!
Wie so oft gibt es in einem Verein unterschiedliche Meinungen und Strömungen. In meinem Fall führte es dazu, dass ich bereits 2007 den Verein mit viel Wehmut verließ. Die Weichen waren aber gut gestellt, es war mir wichtig, dass der Verein durch Streitereien keinen Schaden nimmt!
Nachdem ich übrigens einmal beim "eigenen Wettbewerb" teilnehmen wollte tat ich das im Jahr 2011 sehr erfolgreich, als ich beim Sonnenlauf den Viertelmarathon in meiner Altersklasse gewann!

Foto 32011 bei meinem Klassen-Sieg im Sonnenlauf-Viertelmarathon. Da wusste ich noch nicht, dass sich nur einen Monat später die Laufwelt für mich für immer verändert!

Foto 4: NYC-Marathon
Von der Einstufung her sah ich mich als engagierten Hobbyläufer. Und als solcher nahm ich mir lange Zeit um pro Woche drei bis viermal laufen zu gehen und mehrere Wettbewerbe zu bestreiten. War das Wochenmaximum früher bei 30KM, so steigerte sich der Umfang bis auf 45 KM pro Woche, zeitweise sogar einiges darüber. Hinzu kommt, es tut einfach gut vor oder nach einem arbeitsreichen Tag die Schuhe zu schnüren um deine Runden zu drehen. Egal bei welchem Wetter und zu welcher Tages- und Jahreszeit. Die Nachbarn halten mich sowieso für verrückt! Speziell die Marathons führten mich, alleine und mit Freunden von Wien, nach Berlin, Triest bis hin zum ewig unvergesslichen Highlight New York!

Foto 4: 2009 beim New York Marathon. Trotz dem, vom Startunfall lädierten linken Knie, in guter Form und gerade noch unter vier Stunden im Ziel!

"Vom patscherten Hund zum Marathonmann" hieß der Artikel nach dem NYC-Marathon in einer Regionalzeitung und zeigte anhand meiner Person was möglich ist! Ein "Spätzünder" und grottenschlechter Turner wird zum "Vorzeigeläufer". Und wenn dann viele Menschen zu mir sagen "Laufen ist nichts für mich!". Ja, dann eben nicht, es gibt ja noch so viele andere Möglichkeiten Sport zu betreiben. Aber, es ist (mindestens) einen Versuch wert. Tu es! Und vor allem - tu es für dich!
Foto 5: Magdalensberglauf

Gerade zu jener Zeit, als ich in meiner Heimatstadt den Sonnenlauf in meiner Klasse gewann und mich erstmals beim Magdalensberglauf der Berglaufszene zuwandte spielte mir das Schicksal im Jahr 2011 einen üblen Streich. Von einem Tag auf den anderen nahm Rheuma meinen Körper in Beschlag. Wochen und Monate mit üblen Schmerzen, ich war zeitweise bewegungsunfähig. Über das Thema habe ich u.a. hier geschrieben, will es daher nicht breittreten. Noch dazu weil ich den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit nach vielen Jahren gewonnen habe. Mit wenig Medikamenten, eisernem Willen und weil ich - trotz vieler krankheitsbedingter Pausen das Laufen nie aufgegeben habe!

Foto 5: 2011 beim unvergesslichen Magdalensberglauf. Das Ziel sehr Nahe und die Anstrengungen der vielen Höhenmeter bald hinter mir! Ein traumhaft schöner Tag
Muraunberg Waldlauf

Es hat sich allerdings verändert, denn Wettbewerbe gehören nicht mehr zu meinem Repertoire. Auch die Laufumfänge haben sich verändert, ich muss also nicht mehr 20-30 KM am Stück laufen, freu mich aber, dass meine Laufstrecken nie unter 10 KM liegen und ich zumeist +/- 30 Wochenkilometer schaffe. Ich empfinde es auch als angenehm nun zusätzlich auch mehr mit dem Rad oder gar mit den Nordic Walking Stecken unterwegs zu sein. Wandern war sowieso stets dabei!

Leider wird meine Gesundheit wieder auf eine harte Probe gestellt, Sport ist seit ein paar Monaten undenkbar und auch unmöglich. Warum habe ich im letzten Beitrag geschrieben - Corona! Die Krankheit alleine war erträglich, die Nachwirkungen sind es leider nicht. Mit Long-Covid sind unangenehme Symptome verbunden, die wohl noch eine Weile andauern werden. Wer die Geschichte bis hierher gelesen hat kann erahnen, dass ich sehr bald wieder die Laufschuhe schnüren werde! 

Samstag, Juli 4

Vom Rheuma geheilt?!

Als das Jahr 2011 begann ahnte ich noch nicht, dass meine kurze, aber intensive "Laufkarriere" in diesem Jahr eine ordentliche Schramme erfahren wird und damit auch mein weiteres Leben. Es schien anfangs ein gutes Laufjahr zu werden, mit sensationell guten Laufzeiten in kurzen, wie auch längeren Distanzen und etlichen Stockerlplätzen (siehe Foto rechts) in meiner Klasse, allerdings nur bis zum Juni des Jahres. Ab diesem Zeitpunkt war an ein Laufen nicht mehr zu denken, mich zu bewegen fiel mir generell schwer. Die Schmerzen ließen mich lange Zeit kaum schlafen, sogar den Löffel zum Mund zu führen war zeitweise unmöglich. Vor ziemlich genau neun Jahren wurde nahezu von einem Tag auf den anderen vieles anders. Der Grund - Rheuma, plötzlich und unerwartet!

Ich, der lebensbejahende, sportliche plus60er, der seit zehn Jahren viele, viele Laufkilometer in den Beinen hat, der ein Jahr zuvor den New York Marathon erfolgreich gefinisht hat, der einigermaßen gesund lebt ist auf einmal ziemlich bedient? Selbstmitleid stellte sich sehr bald ein, half mir aber nicht weiter. Da das Krankheitsbild noch nicht klar definiert war begann eine Odyssee zu verschiedenen Ärzten bzw. Spezialisten bis eben die Vermutung von einem Rheumatologen bestätigt wurde - "Seropos, chron. Polyafthritis, adulter Typ", so stand es im Befund! Die Liste der Medikamente, die mir in der Folge verschrieben wurde habe ich noch gut in Erinnerung, die daraus entstehende Diskussion mit dem Arzt auch:
Ich: "Wozu benötige ich diese Medikamente?"
Er: "Aufgrund der Diagnose Ihrer Erkrankung!"
Ich: "Aber warum so viele?"
Er (genervt): "Weil Rheuma unheilbar ist!"
Ich (schnippisch): "Für Sie vielleicht, aber nicht für mich!"
Der Arzt kann für die Diagnose nichts dafür. Er kann auch nichts dafür, dass ich sauer reagierte. Tatsache war aber, dass ich diese Bomben in diesem Ausmaß nicht akzeptierte und versuchte meinen eigenen Weg zu gehen!

Verzweiflung
Dieser bestand also darin, sehr wohl und regelmäßig Untersuchungen durchzuführen, die meinen gesundheitlichen Ist-Status zeigten, notwendige Medikamente gegen Rheuma (Ebetrexat) und gegen Schmerzen (Deflamat) in verminderter aber notwendiger Form sehr wohl zu nehmen, mich aber auch in die Behandlung "einzumischen". Sehr hilfreich waren auf dem Weg zur Gesundung einige Kuraufenthalte in Baden bei Wien, der Weg in die Kältekammer, das Heilfasten, die Unterstützung der Familie sowieso und der Umstand, dass ich nie aufgegeben und gewusst habe, das wird wieder! Dass mein Unterfangen Jahre dauern kann war mir klar! Dass mir der geliebte Sport dabei helfen kann auch!

x-ter Neueinstieg
Der Großteil der weiteren Jahre war durchwachsen, weil ich zeitweise kaum gehen konnte, laufen schon gar nicht. Bedingt dadurch gab es immer wieder Pausen, über, Wochen, Monate und einmal sogar über ein Jahr! Zwischendurch ging es mir so gut, dass ich wieder Sehnsucht hatte Laufkollegen zu treffen, vor allem bei Wettbewerben. So setzte ich einen Halb- wie auch einen Viertelmarathon auf meine Wettkampfliste drauf. Den Wings4Life-Run mehrmals mitzumachen mir wichtig, denn im Vergleich zu jenen, denen hier geholfen wird, ging es mir gut! In Summe war aber die Lauferei der letzten Jahre ein ständiges "Stopp and Go". Die Zahl der Verzweiflungen und Neueinstiege war dementsprechend hoch, der Glaube an meine Gesundung ungebrochen!

Zurück zum medizinischen Teil! Anfangs gab es etliche Irrwege und wenig zielführende Handlungen meinerseits, bis ich im Laufe der Zeit auf Frau Dr. Heike Muchar traf. Aus meiner Sicht und bisherigen Erfahrung die beste Ärztin und Rheumatologin die man sich als Patient wünschen kann. Sie begleitet mich nun bereits etliche Jahre und ihre Art mit mir und meiner Krankheit umzugehend ist wohltuend und Erfolg versprechend! Sie führt und führte mich ruhig und kompetent zum Ziel!

Dieses scheint seit gestern erreicht zu sein! Mit einem Ergebnis, welches mir eine so riesige Freude bereitet, dass ich es hier einfach teilen muss,
mein Leidensweg beendet zu sein und meine eh schon bescheidene
Medikation (1 Stk Ebetrexat 0,5mg/ Woche) mit sofortiger Wirkung abgesetzt.

Auch wenn ich es schon länger spüre und ahne und die Krankheit im Kopf schon abgeschlossen habe, das medizinische Urteil ist befreiend und motivierend zugleich. Natürlich wird es weiterhin halbjährliche Kontrolltermine bei Frau Dr. Muchar geben. Ich weiß auch, dass ich weiterhin auf der Hut sein muss, weil ein Rückfall durchaus möglich ist, aber jetzt bin ich einmal glücklich und zutiefst dankbar! Es lohnt sich niemals aufzugeben!!

Donnerstag, Januar 2

2019 - der Versuch einer Bilanz!

Kürzlich bekam ich von meiner Cousine einen weisen Spruch der zu meinem Credo für das vergangene Jahr wurde:
Schließe ab, mit dem was war. Sei glücklich, über das was ist.
Bleibe offen, für das was kommt. Das Leben ist schön!
Von einfach war nie die Rede!
Warum? Davon gleich mehr!

Familiäres Drama
Mein Bruder ist siebzehn Jahre jünger als ich, beruflich sehr erfolgreich und seit ein paar Jahren allein stehend. Unser Verhältnis beschreibe ich als sehr gut, auch weil uns der Vater sehr früh (ihm zu früh) abhanden kam und ich teilweise dessen Rolle übernahm!
Als ich ihn im Dezember 2018 hilflos in seiner Wohnung fand, ins Krankenhaus einliefern ließ war ich tief betroffen, hatte aber keine Ahnung von dem was da noch kommen sollte. Daher schrieb ich vor einem Jahr "Zum Zeitpunkt des Schreibens ist noch vieles offen ..."

Heute, nach einigen schweren Operationen, monatelangem künstlichem Tiefschlaf, künstlicher Ernährung, Blindheit, Übernahme der Verantwortung durch Erwachsenenvertretung, elf zermürbenden Monaten Krankenhausaufenthalt und Überstellung in ein Heim ist klar, ohne fremde Hilfe geht gar nichts mehr! Das Schicksal hat in höchster Brutalität zugeschlagen und das vergangene Jahr natürlich massiv beeinflusst. Mehr will ich dazu nicht schreiben!

Private Highlights
Meine eigene Familie liebe ich über alles und ist auch der Kraftanker in meinem Leben. So gab (und gibt) in unserer Familie auch sehr erfreuliches, auch wenn es nicht immer im vollen Ausmaß wahrgenommen wird. Hatte 2018 die ältere Tochter geheiratet und die Jüngere Nachwuchs erhalten, so war es im Vorjahr umgekehrt.

In der südsteirischen Weinstraße gab es eine wunderschöne Hochzeit, die unter dem Motto "klein aber fein" stand. Das Wetter war traumhaft, die Gegend sowieso und der Kreis der Gäste sehr familiär. Auch ich hatte wieder für einen besonderen Auftritt gesorgt. Denn, war ich im bei der Älteren als Tänzer mit einer Vater-Tochter-Tanzdarbietung der Extraklasse im Einsatz, so versuchte ich mich diesmal als Sänger. Aber nicht irgendwie, sondern ich textete dafür ein komplettes Lied um, welches dann inhaltlich perfekt passte.

Zu unserer Freude kam im Herbst unser zweiter Enkel auf die Welt, für Stammhalter ist nun gesorgt. Und erfreulich ist auch, den Töchtern und ihren Familien geht es sehr gut!

Mein 70er
Ich gehöre ja zu jenen Menschen die gerne etwas unternehmen. Nachdem ich im Juni 70 Jahre alt wurde gab es ganz besondere Pläne, von denen genau gar keiner umgesetzt werden konnte. Keine große Reise, kein Urlaub. Sogar als wir wirklich einen Kurzurlaub machen wollten wurden wir - das Meer in Sichtweite - von den Ärzten meines Bruders wieder "zurückgepfiffen", da sich sein Zustand rapid verschlechtert hat.

Mit der "Entschädigungen" konnte ich aber gut leben. Einmal weil ich am Geburtstag einen ausgesprochen schönen Abend mit meinen Lieben in dem herrlichen Weingut Taggenbrunn verbringen konnte und wir Tags darauf einen gemeinsamen Tagesausflug an den Bleder See im nahen Slowenien unternahmen. Und zum anderen, weil ich einen gemeinsamen Geburtstagabend mit meinem nahezu zeitgleich 70jährigen Schulfreund und Starkoch Wolfgang Puck verbringen konnte, der in seiner Heimat urlaubte.

Gesundheit
Dieses Thema ist ja ein Fixpunkt bei jedem Jahreswechsel und somit auch bewährter Bestandteil aller Neujahrswünsche. Ist auch logisch und verständlich, ist die Gesundheit doch unser höchstes Gut, wird aber sehr oft missachtet, so lange alles passt!

Jene die meinen Blog hin und wieder lesen wissen, dass dies auch bei mir der Fall war, bis ich im Jahr 2011 von schweren Rheuma (genauer gesagt Rheumatoide Arthritis) erfasst wurde und mich viele Monate kaum mehr bewegen konnte und unter höllischen Schmerzen litt. Und das als Läufer mit zahlreichen Marathons in den Beinen.
Da ich sehr konsequent daran arbeitete diese unangenehme Krankheit in den Griff zu bekommen war der Erfolg meiner Bemühungen eine Frage der Zeit. Bei meiner aktuellen Untersuchung bei meiner Rheumatologin wurde mir bescheinigt, dass nahezu geheilt bin. Nahezu bedeutet, dass es noch Auswirkungen gibt, mich diese aber nicht mehr belasten. Eine überaus erfreuliche Nachricht die zeigt, dass man auch Krankheiten dieser heimtückischen Art in den Griff kriegt und dass man nie aufgeben soll. Nie!! 

Die sportliche Bilanz
Diese ist heuer ziemlich mickrig! Dass die Distanzen mit zunehmendem Alter geringer werden ist klar. So oder so komme ich pro Woche höchst selten über 40 Kilometer. Da ich aber mental - durch die familiären Umstände (dazu zählt auch meine betagte Mutter) - ziemlich belastet bin weiß ich oft nicht wie weit mich die Füße tragen.

Dass ich heuer mit 900 Kilometern weit unter meinen üblichen Erwartungen lag verwundert daher überhaupt nicht. Ich bin aber über jeden Kilometer sehr froh und dankbar. Auch weil sehr viele Laufeinheiten dabei waren, die meiner Seele gut getan haben

Berufliches
Eigentlich bin ich ja seit dem Jahr 2011 in Pension, arbeite aber noch immer gerne und bin daher nach wie vor selbstständig tätig. Einen Teilbereich meiner Arbeit habe ich aber mit Ende 2019 beendet, jene des (von vielen sehr liebevoll und wertschätzend titulierten) Gründervaters, den ich knapp 25 Jahre mit viel Herzblut ausübte. Es war eine wunderbare Zeit, Beruf und Berufung zugleich.

Ich bin sehr dankbar in dieser Zeit eine vierstellige Zahl (!) an Unternehmensgründungen begleitet zu haben, von denen der Großteil sehr nachhaltig und erfolgreich ausgefallen ist. Dass meine Arbeit - sowohl bei Geschäftspartnern, wie auch meiner Hauptzielgruppe - auf fruchtbaren Boden gefallen ist, zeigte die Abschlussveranstaltung im Oktober, die mir echt unter die Haut ging und bei der mir überdurchschnittlich viel Ehre zuteil wurde.

Conclusio
Ich gestehe, dass ich trotz fortgeschrittenem Alter, immer wieder Dinge erlebe, die ich nicht für möglich gehalten habe. Ich gestehe auch, dass ich auf manche gerne verzichtet hätte. Aber ich bin an den Schicksalen gewachsen, auch weil mir irgendwann bewusst wurde, schöne und weniger schöne Momente gehören zum Alltag. Leider haben viele Menschen verlernt die täglichen Wunder bewusst wahrzunehmen, geschweige denn, diese zu genießen.
Daher beende ich den Beitrag wieder mit einem Spruch, der wie folgt lautet:
Glück ist nicht wenn du keine Probleme hast
sondern die Fähigkeit besitzt mit ihnen umzugehen

In diesem Sinne, alles Gute im neuen Jahr mit viel Gesundheit und vielen schönen Momenten.

Montag, Juni 18

Sieben Jahre Rheuma, ein (positiver) Rückblick!

Nahezu auf den Tag genau vor sieben Jahren hat bei einem Urlaub mit meiner Frau in Rabac (Kroatien) alles begonnen. Wie aus dem nichts heraus stellten sich bei einer Fahrt auf einem Ausflugsschiff plötzlich heftige Schmerzen in der linken Schulter ein, die zunehmend schlimmer wurden und mich gegen Mitternacht (als es nicht mehr auszuhalten war) ins Krankenhaus von Labin brachten. In der Erstversorgung wurde mir in der Folge Valium verabreicht!

Als einer der ziemlich gesund lebte, regelmäßig lief und kurz zuvor noch einen Viertelmarathon in meiner Heimatstadt St. Veit gewann und auch zuvor unzählige Laufbewerbe mit hervorragenden Platzierungen absolvierte, war klar, das kann nur eine vorübergehende Schmerzattacke gewesen sein. Leider war es anders und der Beginn eines Leidensweges den ich hier nicht im Detail ausbreiten will, der mich aber über einen längeren Zeitraum hinweg nahezu unbeweglich machte und sehr oft verzweifeln ließ!

Rheuma: Mensch und Körper leiden
Verzweifeln deshalb, weil doch einigermaßen brutale Zeiten auf mich zukamen, mit Schmerzen die abwechselnd so ziemlich alle Teile meines Körpers betrafen. Ich konnte kaum schlafen, das Essen fiel mir schwer und jegliche Bewegung sowieso! Lange Zeit verharrte ich im Gedanken "Warum ich?", wusste aber sehr bald, dass ich nach der Diagnose Rheuma den Heilungsprozess selbst beeinflussen musste. Während viele von einem "vermeintlichen Guru" zum anderen pilgerten, arbeitete ich an der Ernährung, nahm Spezial-Rheuma-Kuren in Anspruch, begann Heilfastenkuren, setzte mich bei -110°C in die Kältekammer und versuchte zunehmend und immer wieder in Bewegung zu kommen. Waren früher Laufdistanzen von 40-50 KM/ Woche und regelmäßige Wettbewerbe bis zur Marathondistanz die Normalität, so war ich nun froh drei bis fünf Kilometer ohne Unterbrechung laufen zu können. War ich endlich so weit dies über mehrere Wochen und Monate tun zu können, kam bald wieder eine Pause und das Spiel begann von vorne. Immer, und immer wieder!

Nachdem ich im Sport gelernt habe Grenzen zu verschieben und dass Aufgeben keine Option ist, ließ ich mich nicht unterkriegen. Laufen ist mein Lebenselexier und soll es auch bleiben. Zwischenzeitlich, so kann ich hier voll Freude berichten, ist das auch wieder so! So findet man mich schon wieder sehr lange und regelmäßig auf meinen unzähligen Laufstrecken, aber auch hin und wieder bei dem einen oder anderen Wettbewerb. Speziell beim Wings for Life Run, wo man laufen und spenden kann, im Vorjahr aber auch bei Kärnten läuft mit akzeptablen Ergebnis! Klar ist aber, Halbmarathons oder gar Marathons gehören nicht mehr zu meinen Zielen. Denn schöner als beim New York City Marathon kann man die Laufkarriere eh nicht abschließen!

Aktuelles Laufvideo: Es geht mir (wieder) gut!
Was ist nun mein Rezept? Habe ich ein Mittel gegen Rheuma gefunden oder gar eine bisher unbekannte Wunderdroge? Nein, natürlich nicht, denn die Krankheit wird mich wohl weiterhin begleiten. Dies aber in einem Ausmaß mit dem ich gut leben kann. Die Basis der "Heilung" sehe ich einfach in dem Umstand, dass ich eine Krankheit nicht als "Gott gegeben" hinnehme und mich dem Schicksal füge. Nein, ich tu alles was in meiner Macht steht um den Heilungsprozess positiv beeinflussen zu können. Das bedeutet, dass ich - wie oben beschrieben - eigene Maßnahmen setze, mich aber auch der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle unterziehe. Das ist nun auch mit ein Grund warum ich wieder regelmäßig laufe und mein Medikamentenkonsum (der nie so hoch war wie es einige Mediziner wollten) nahezu auf null ist! Es geht mir wirklich gut und mein Wunsch zum aktuellen Geburtstag ist, dass es so bleiben möge!

Der Grund warum ich hier über das Thema schreibe ist allen, die ähnlich leiden, Mut zu machen. Es ist mir bewusst, dass ich meinen Weg nicht über andere "drüberstülpen" kann. Zu unterschiedlich sind die Menschen und die Krankheitsverläufe. Ich kann hier aber aufzeigen, dass man mit einer positiven Grundeinstellung Berge versetzen und Krankheiten beeinflussen kann. Daher - egal was du hast - gib nie auf!

Sonntag, Februar 14

Heilfasten, eine Nachbetrachtung!

Es war heuer das dritte Mal, dass ich eine Heilfastenwoche (nach Buchinger/ Lützner) absolvierte. Machte ich das im ersten Jahr noch zögerlich und mit fehlender Motivation, so merkte ich spätestens beim zweiten Mal, welch positive Auswirkungen sich daraus auf den Körper ergeben. Ein wichtiger Aspekt wenn man, so wie ich, seit einigen Jahren an einer rheumatischen Erkrankung leidet!

Wie verläuft nun so eine ambulante Fastenwoche, die von der ausgebildeten Fastenbegleiterin Sieglinde Salbrechter bestens organisiert und durchgeführt wird? Mit einem Auftakt, der nach einer ausführlichen Einleitung die TeilnehmerInnen nach einem grauslich schmeckenden Glas Glaubersalz nach Hause schickt. Dieses ist aber unerlässlich, weil damit die Darmentleerung eingeleitet wird, die nun täglich in Eigenregie durchgeführt wird. Ein weiterer Fixpunkt ist, dass man in dieser Woche keine feste Nahrung zu sich nimmt. Die einzige "Mahlzeit" besteht aus einer klaren Suppe, die täglich von Sieglinde aus verschiedensten naturbelassenen Zutaten am offenen Feuer gekocht wird, um sie dann am Abend, bei den regelmäßigen Treffen, in Empfang zu nehmen.

An den Abenden selbst erfolgt zudem ein reger Gedankenaustausch zwischen allen Beteiligten. Hinzu kommt täglich ein Vortrag zu "gesunden Themen", Mit dabei waren aber auch eine Klangschalentherapie und ein Kirchenbesuch. Die tägliche Dosis an Kräuterwissen war obligat und mehr als umfangreich, da unsere Fastenbegleiterin ja auch ausgebildete Kräuterexpertin ist (siehe FNL). Das Programm war und ist also sehr vielseitig und so ist es auch kein Wunder, dass bei den TeilnehmerInnen kaum Wünsche offen blieben und der Zufriedenheitslevel enorm hoch war!

Bevor danach die Aufbautage beginnen, in denen man sich sehr schonend einer vernünftigen Ernährung nähert, wird das "Fastenbrechen" zelebriert. Zelebriert deshalb, weil dies in unserem Fall bei festlich gedeckten Tisch stattfand auf dem sich für jeden nur eine Mahlzeit befand - ein Bratapfel! Die Woche endete auch damit, dass jeder eine Urkunde erhielt, ein kleines Geschenk und die Gewissheit für sich selbst etwas Gutes getan zu haben!

Nachdem nun mehr als eine Woche vergangen ist, kann man ein kleines Resumee ziehen, wie sich die Fastenwoche auf meine eigene Befindlichkeit ausgewirkt hat. Ich denke sehr positiv, wenn man bedenkt dass
- mein zuvor extrem schwankender Blutdruck nun sehr stabil ist
- die (in letzter Zeit weniger werdenden) Rheumaschmerzen kaum mehr spürbar sind
- die Medikamenteneinnahme nahezu auf Null reduziert werden konnte und (für mich enorm wichtig!)
- sich der Umfang der Laufeinheiten massiv erhöht hat und das Laufen daher immer mehr Spaß macht!

Wenn das also kein Erfolg ist, was dann?

Mittwoch, Mai 20

Nach Baden, der Gesundheit wegen!

In diesem Blog wurde ja bereits mehrmals darüber berichtet, dass ich seit einigen Jahren an einer rheumatischen Krankheit leide. Dieser Umstand soll hier nicht weiter breit getreten werden, führte aber dazu, dass ich wiederholt zu einem Reha-Aufenthalt im Klinikum Malcherhof in Baden eingeladen werde. Wie eben auch diesmal, wo ich mich von Ende April an knapp drei Wochen lang aufhielt.

Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich nun gelernt die Erkrankung anzunehmen. Es bleibt mir eh nix anderes übrig. Dieser innere Meinungsumschwung führte diesmal aber zu einem besseren Genesungsverlauf. Mein Körper sprach auf die umfangreichen Behandlungen wesentlich besser an. Zusätzlich hatten die Physiotherapeuten eine große Freude mit mir, weil ich ein sehr braver und aktiver Patient war. Das Ergebnis daraus ist, dass ich mich wieder besser bewegen kann und die Schmerzen geringer wurden.

Leider war es mir aber nicht - wie im Vorjahr - gegönnt, die wunderschöne Gegend läuferisch zu durchstreifen. Nach wie vor dauert mein Stillstand an. Aber - und das ist erfreulich - ich war sehr viel zu Fuß unterwegs und sehr viele Kilometer auch mit den Nordic-Walking-Stecken. Diese trage ich ja nicht, wie leider viel zu viele, sinnlos durch die Gegend, denn diese Sportart übe ich ja recht professionell aus. Habe ich dazu doch auch eine Trainerausbildung!

Unzählige Male streifte ich also durch das wunderschöne Baden, mit seinem ganz besonderen Flair, vorbei an den vielen Denkmal geschützten Bauten, am Casino vorbei, durch den Kurpark und durchs Rosarium, die Innenstadt und auch außen herum. Die Möglichkeiten der Entschleunigung sind hier vielfältig! Kein Wunder, gilt doch Baden als einer der bedeutendsten Kurorte Österreichs!

Natürlich nahm ich auch die Gelegenheit wahr die nahe gelegene Bundeshauptstadt Wien aufzusuchen. Dazu nutzte ich die beliebte Badner Bahn, deren Geschichte bis ins Jahr 1886 zurück reicht. Die 25 Kilometer bis zur Innenstadt Wiens (Endstation Oper) sind mit vielen Haltepunkten verbunden. Im Zuge einer Kur sollte man aber genügend Zeit haben, um die einstündige Fahrt zu genießen. Wien selbst erlebte ich an einem Samstag, geprägt von der Hast der einkaufenden Menschen und Heerscharen von Touristen aus verschiedensten Ländern. Neben der Innenstadt (Kärntnerstraße, Stephansplatz) machte ich auch Station in der belebten Mariahilfer Straße. Obwohl ich bereits zigmal in Wien war, landete ich erstmals in der Neubaugasse, die durch einen ganz besonderen Mix aus Geschäften und Lokalen besticht. Diesmal zusätzlich mit einem einzigartigen Flohmarkt! So oder so, diese Ecke ist einen Besuch wert!

Der Klinikaufenthalt ging sehr schnell vorbei und brachte diesmal eine wesentliche Verbesserung meines Allgemeinzustandes. Das hat diesmal also mit meiner Einstellung zu tun, ganz besonders aber dem hervorragenden Ärzteteam und den sympathisch engagierten Therapeuten-Team. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!

Freitag, März 13

-110°C und doch nicht erfroren!

Bereits einmal kam ich in den zweifelhaften Genuss die Wirkung einer Kältekammer auszuprobieren. War es damals nur ein einmaliges Erlebnis, so gab es diesmal eine Behandlung von insgesamt zwanzig Einheiten! Kältekammer bedeutet, dass man insgesamt drei Minuten bei -110°C ausharrt!
Wie genau läuft das ab?
Und warum tut sich ein Mensch so etwas freiwillig an?

Bad Eisenkappel
Meine Frau und ich entschieden uns für die Kältekammer der Kuranstalt von Bad Eisenkappel. Der südlichste Ort Kärntens und trotzdem einigermaßen leicht erreichbar. Nachdem die Krankenkassen nicht bereit sind diese vorbeugende Maßnahme finanziell zu unterstützen gab es nur die Möglichkeit einer ambulanten Therapie. Das bedeutete eine tägliche Anreise mit je 130 Fahrtkilometer. Aufgrund dieser Situation und in Abstimmung mit dem netten Kurarzt Dr. Krall, absolvierten wir zwanzig Behandlungen, die auf zehn Tage aufgeteilt wurden.

Die Kältekammer des Kurhauses besteht aus drei jeweils zwei mal drei Meter großen Räumen. Im ersten ist es minus 10 Grad kalt, im zweiten minus 60 Grad, im dritten minus 110 Grad. Bewegung ist dabei immer wichtig, auch die Atmung (kurz einatmen und lang ausatmen). Getragen werden Badehose, feste Schuhe, Mund- und Nasenschutz, Handschuhe und Stirnband. Sonst nichts!

Die Kältekammern
Wie gestaltet sich nun der Ablauf eines Durchganges in der Kältekammer?
Um sich an die tiefen Temperaturen zu gewöhnen, geht es also vorerst kurz in die erste Kammer mit minus 10 Grad, dann weiter in eine minus 60 Grad kalte Vorkammer. Man durchschreitet beide und gelangt in die minus 110 Grad kalte Hauptkammer. Hier bleibt der Patient dann drei Minuten. Man setzt sich nicht nieder, sondern bewegt sich, indem man langsam umher geht

Leicht bekleidet in der Kältekammer
Während dieser drei Minuten hat eine Aufsichtsperson mit dem Patienten Sicht- und Sprechkontakt. Fühlt man sich nicht wohl, kann man die Kammer jederzeit verlassen. Eine Kältekammer besitzt zudem eine Video-Überwachung. Trotz der spärlichen Bekleidung spürt man keine Schmerzen auf der Haut. 110 Grad Minus hält man in der Kammer deshalb gut aus, weil es sich um eine extrem trockene Kälte handelt. Nach dem Besuch der Kältekammer kribbelt die Haut, bedingt durch die Gefäßerweiterung und damit verbesserter Durchblutung. „Die Patienten kommen gut gelaunt, heiter und meist eine Portion glücklicher wieder heraus, als sie hinein gegangen sind. Denn die Kälte bewirkt über die Hormone zumeist einen positiven Stimmungsumschwung“, berichtet der ärztlich Leiter.

Wirkungsweise – Kälte nimmt den Schmerz
Und genau das war der Grund dieser "Tortour", die in Wahrheit aber keine ist. Die Kältekammer wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Ziel einer solchen Behandlung ist zudem die Beschleunigung von Regenerations- und Heilprozessen (auch für Sportler interessant). Spannungszustand, Durchblutung und Stoffwechsel der Skelettmuskulatur werden beeinflusst.

Das war's für heute!
Anwendungsgebiete
Die Ganzkörperkältetherapie lindert die Schmerzen und zwar egal welche Ursache sie haben. Besonders geeignet sei sie bei:
- chronischen Schmerzen
- entzündlichen oder degenerativen Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen
- Rheumabeschwerden (z.B. bei primär chronischer Polyarthritis oder Morbus Bechterew)
- Muskelschmerzen
- weichteilrheumatische Erkrankungen, z.B. Fibromyalgie
- Schmerzen nach Operationen und Verletzungen
- akuten Sportverletzungen
- akuten Schmerzen

Uns hat es in Summe gut getan und für mich als Rheumatiker darf ich berichten, dass die Schmerzen weniger wurden. Nachdem der Zustand wahrscheinlich nicht ewig währt, werde ich die Behandlung gerne wiederholen!

Samstag, Februar 28

250 Tage stillstand!

Foto: ©www.thinkstockphotos.de 
Früher einmal, als ich nicht ahnte, jemals schwerer krank zu sein als mit einer Verkühlung das Bett zu hüten, da lief ich so an die 40 bis 50 Kilometer die Woche. Im Schnitt! Früher einmal, als ich an vielen Halbmarathons und Marathons teilnahm und bis an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit ging (manchmal auch darüber). Früher einmal, als ich mich nahezu unsterblich fühlte und vor Energie und Unternehmungslust nur so strotzte. Früher einmal, als ich es in meinen schlechtesten Träumen nicht ahnte jemals an Rheuma zu erkranken!

Unbeschwert durch die Gegend zu laufen, an Wettbewerben teilzunehmen, so manche davon sogar zu gewinnen, oder mit einer guten Platzierung zu beenden, das ist also Geschichte! Das Ziel dieser Geschichte ist nun keinesfalls im Detail auf diese heimtückische und überaus schmerzhafte Krankheit einzugehen. Das habe ich in der Vergangenheit bereits getan, sondern immer wieder aufzuzeigen, wie man aus diesem "Teufelskreis" wieder heraus kommt, anderen also Mut zu machen!

Ich habe mich mit der Rheumatoiden Arthritis "angefreundet", die Krankheit weitestgehend akzeptiert und angenommen. Und auch wenn die behandelnden Ärzte mich regelmäßig vom Gegenteil überzeugen wollen, ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass ich mein Rheuma nicht nur in Griff kriege, sondern davon auch geheilt werde. Es dauert natürlich, denn es hat ja auch Jahre gedauert hat mein "Leiden heranzuzüchten"! Man lernt sich in Geduld zu üben. Man lernt auch nach Methoden zu suchen, die die Schmerzen lindern, bzw. die sich entzündungshemmend auswirken. Wie eben das Heilfasten, welches ich im letzten Beitrag beschrieb und ich nicht nur kranken Menschen sehr gerne empfehle. Es gibt viele andere Möglichkeiten, die ich teste, deren Wirkungen ich kennen lerne und auf die ich an dieser Stelle noch eingehen werde!

So, was hat es mit der ominösen Angabe "250 Tage" auf sich?
Nun, wer mich kennt weiß, dass ich mich weder von Krankheiten, noch von sonstigen Hindernissen aufhalten lasse. Daher war die Erkenntnis im Jahr 2011 von meiner Krankheit zu erfahren wohl ein Schock für mich, sie hielt mich auch mehrere Monate von meinem Hobby ab. Aber schon nach einem halben Jahr Pause begann ich wieder zu laufen und erreichte bald wieder mein übliches Wochenpensum und auch meine Schnelligkeit. Das ging bis zum 21. Juni des Vorjahres so - dann war aus! Die Entzündung erreichte den Bereich der Archillessehne und da geht im Normalfall schon nix mehr. In meinem Fall dann noch weniger. Ziemlich genau 250 Tage stillstand also. Für einen leidenschaftlichen Läufer wie mich also die Höchststrafe. Ein Grund mehr den Zustand zu ändern . . . !

P.S.

Eine Form der Therapie ist auch, sich gewisse Dinge "von der Seele zu schreiben"! Mir hilft's und für euch Leser ist es hoffentlich nicht nervig ;-)

Dienstag, April 29

Von St. Veit bis nach New York! 15 Laufjahre im Rückblick!

Es war das Jahr 1999 und gleichzeitig auch jenes in dem ich fünfzig wurde. Wahrscheinlich erfasste mich eine Form der "midlife crisis" als ich beschloss etwas für meine Gesundheit zu tun und dabei auch die Vorzüge meiner Heimat nutzen zu können. Laufen in der wunderbaren Naturlandschaft Kärntens! Obwohl - man kann mir nicht nachsagen, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt sonderlich sportlich gewesen wäre. Natürlich Schifahren konnte ich ganz gut, mit dem Mountainbike war ich auch ganz gerne unterwegs und Schwimmen gehört in unseren Breiten sowieso zu den Standard-Sportarten. Aber Laufen? Das ist ja mit Anstrengung verbunden!

Vor mir niemand, hinter mir auch nicht besser
Egal, mir war einfach danach! Außerdem zeigte die Waage, dass eine Korrektur nach unten keinen Nachteil darstellt. Mit den damals weitestgehend üblichen Baumwoll-Klamotten wagte ich also die ersten Schritte. Mühselig arbeitete ich mich von bescheidenen Einheiten hin zu längeren Distanzen, um bereits im Juni des Startjahres am ersten Wettbewerb (einem 10-Kilometer-Lauf) teilzunehmen! Nicht ahnend, dass selbiges mit noch mehr Anstrengung und sinnvollem Haushalten der eigenen Kräfte zu tun hat. Es war daher ein lehrreicher Prozess bis ich das Ziel schemenhaft auftauchen sah, um dieses mit letzter Kraft zu erreichen. Nachdem es damals noch nicht üblich war die Zeiten in's Internet zu stellen, hüllen wir den Mantel des Schweigens darüber!

Trotzdem, das Lauffieber hat mich gepackt! Bereits im Jahr 2000 absolvierte ich den ersten Halbmarathon in Klagenfurt. Mein verwegener Gedanke eine Zeit unter zwei Stunden zu erreichen erfüllte sich nicht. Anstatt allerdings beschämt zuzugeben dass ich sechs Minuten über der Zielzeit lag, deponierte ich, dass ich 1 Stunde 66 gelaufen sei! Das roch faul, klang aber trotzdem recht passabel! Der nächste Schritt war Nahe liegend - die Königsklasse des Laufsports musste erklommen werden, der Marathon. Diesen finishte ich erstmals im Jahr 2002 in Wien mit einer Zeit von 4h36! Mit Tränen der Freude in den Augen! Allerdings nicht wissend, dass ich bereits zwei Jahre später (mit 55 Jahren) beim selben Marathon meine (bisherige und ewige) Bestzeit laufen werde - 3:46:50! Trotz unfreiwilliger Klopause nur wenige Kilometer vor dem Ziel!

NYC-Marathon. Mehr geht als Hobbyläufer nicht!
Voll motiviert beschloss ich in meiner Heimatstadt einem Laufverein beizutreten um feststellen zu müssen, dass es keinen gab. Im Jahr 2003 gründete ich kurzer Hand einen - den LaufClub Vitus St. Veit! Der Zulauf war enorm und recht bald entwickelte sich der Verein zu einem Fixpunkt für Läufer und Nordic Walker. Das nächste Ziel war klar - ein Laufwettbewerb muss in die Stadt. So gibt es seit 2004 an jedem ersten Sonntag im Mai den Sonnenlauf, mit Kinderlauf, Viertel- und Halbmarathon. Sowohl der Wettbewerb, wie auch der LaufClub bestehen noch, ich selbst wurde allerdings aus dem eigenen Verein unsanft eliminiert. So kann's gehen!

Neben den regelmäßigen Laufeinheiten mit lieben Freunden - die ich durch den Sport gewinnen durfte - den vielen einsamen Läufen in der Heimat und diversen Urlaubsregionen, gab es natürlich auch viele Wettbewerbe die es zu bestreiten galt. Seien es die liebevoll organisierten Läufe in der Region, diverse Stadtläufe und Halbmarathons, bis hin zu den Marathons, die mich durch Österreich führten, aber auch mehrmals nach Berlin, nach Triest und zum Highlight meines Läuferlebens - dem New York City-Marathon, den ich 60-jährig im ersten Drittel des Finisher-Feldes beenden durfte (trotz Kapitalsturz beim Start und einem Stopp zwecks Wadenkrampf wenige Kilometer vor dem Ziel). Von diesem Ereignis zehre ich heute noch - unvergesslich!

So sehen Sieger beim Zieleinlauf aus!
Dann kam das Jahr 2011! Ich war einigermaßen schnell, fühlte mich gut, landete mehrmals in meiner Klasse am Siegerpodest (so auch beim "eigenen" Sonnenlauf) und fühlte mich irgendwie unbesiegbar! Ab Mitte des Jahres dann ein herber Rückschlag mit der Diagnose - Rheuma. Ich stand nahezu ein halbes Jahr still, war fast unbeweglich und litt unter heftigen Schmerzen. Aufgeben ist aber nicht so mein Ding und so versuchte gegen Ende des Jahres meinen Körper wieder mühsam in Bewegung zu bringen. Ein Kilometer, Stillstand, wieder einer usw. Mit der Zeit wurden die Umfänge größer um dazwischen aber immer wieder pausieren zu müssen. Nach und nach wurde es besser. Nie schmerzfrei, aber ich war zufrieden. Mein Läuferleben veränderte sich allerdings nachhaltig!

Heuer bin ich 65 Jahre alt. Natürlich juckt das Wettbewerbs-Fieber hin und wieder, dem ich zwischendurch einmal erlegen bin - 2012 beim Halbmarathon in Palmanova, noch dazu mit einem mehr als erfreulichem Ergebnis! Nachdem mir von den Top-Marathons noch einer fehlt (London) ist eine Teilnahme nicht auszuschließen. Vorwiegend ziehe ich jedoch meine einsamen Runden durch die Landschaft und genieße jeden Kilometer mit Demut und Dankbarkeit. Der Genuss ist groß genug, absolviere ich doch regelmäßig mehr als 40 Kilometer pro Woche. Mit dem Rheuma habe ich mich arrangiert. Es wird mich nicht unterkriegen und meine Lust am Laufen bremsen, habe ich doch vor noch etliche Jahre anzuhängen.

Rückblickend bin ich also froh und dankbar vor 15 Jahren mit dem Laufsport begonnen zu haben!

Montag, Juli 1

Einmal läuft's gut, einmal schlecht! In Summe aber gut!

Wie viele andere Läufer auch (Läuferinnen eher weniger!) habe ich das erste Laufhalbjahr Revue passieren lassen. Etwas, das ich bewusst schon länger nicht gemacht habe, was mich diesmal aus einem bestimmten Grund besonders interessierte!

Der Grund liegt ja bekanntermaßen darin (treue Blogleser wissen es), dass ich seit fast genau zwei Jahren mit Rheuma kämpfe. Einmal mehr, einmal weniger. Als es 2011 begonnen hat - viel mehr, da ich damals fast ein halbes Jahr lang nahezu unbeweglich war. Auf das Leiden und das drumherum will ich aber nicht mehr eingehen, sondern eher der Tatsache, dass sich das Leben wohl verändert, aber damit nicht endet! So habe ich die Krankheit also akzeptiert, um mich nach und nach wieder meinem Lieblingssport hinzugeben, dem Laufen!

In meinen persönlichen Aufzeichnungen arbeite ich schon seit vielen Jahren auch mit einer "selbst gestrickten" Excel-Tabelle, die mir im Summenblatt eine sehr gute Übersicht bietet. Waren es also vor meiner Krankheit so an die 2.200 Kilometer, die ich Jahr für Jahr herunter spulte, so änderte sich das mit Rheuma-Beginn schlagartig! Ich war nach der Pause zuerst einmal froh wieder laufen zu können, um mich dann bei 1.700 KM pro Jahr einzupendeln. Natürlich sank auch meine Durchschnittsgeschwindigkeit. Dies auch deshalb, da es keine Wettbewerbe mehr gab. Bis auf meinen "fulminanten" Wiedereinstieg Ende letzten Jahres in Palmanova!

Als ich nun die Aufzeichnungen des ersten halben Jahres ansah war ich irgendwie sehr zufrieden. Obwohl die ersten Monate eher besch... waren, pendelte ich mich in den letzten Wochen bei über 40 Wochenkilometern ein. Hinzu kam, dass ich den großteil der Zeit schmerzfrei unterwegs war. Bedingt dadurch konnte ich mich auch wieder an längere Einheiten heranwagen. Dass bedeutet, ein langer Sonntagslauf mit 15 bis 20 Kilometern. Zuletzt sogar etwas mehr! Freude kommt auf und vielleicht auch wieder die Lust bei einem Wettbewerb mitzumachen. Nicht um wieder Stockerlplätze anzustreben, das geht nimmer! Sondern einfach um wieder das Knistern der Wettkampfatmosphäre zu erleben, Freunde zu treffen und ein wenig die Sau raus zu lassen ...!

Aufgeben ist also die allerletzte Option. Denn der Mensch kann viel mehr als die meisten sich zutrauen. Das gilt für alle Lebenslagen und ist die Grundbotschaft, die ich in diesem Beitrag loswerden wollte!

Donnerstag, April 4

LAUFEN, warum eigentlich?

Gute Frage, schwer zu beantworten! Nämlich deshalb, weil es dazu tausende unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen dazu gibt. Daher kann ich an dieser Stelle nur meine eigenen einbringen:

Vor ca vierzehn Jahren, im doch schon fortgeschrittenem Alter von 50 Jahren (!) habe ich ernsthaft mit dem Laufen begonnen, wobei, etliche fehlgeschlagene Versuche gab es ja schon vorher. Natürlich war es auch bei mir so, dass es anfangs eine einzige Qual war mich über ein paar Kilometer zu schleppen. Noch dazu weil ich damals mehr als 85kg auf die Waage brachte. Ungeduldig wie ich bin nahm bereits im Herbst des Jahres 2000 erstmals an einem Halbmarathon teil. Es hätte schlimmer kommen können, zeigte mir aber gleich meine Grenzen auf. Aber ich bin ja Hobbyläufer der einem Beruf nachgeht und auch eine Familie hat.

Foto 1: Das erste Foto zeigt mich nicht etwa in Führung liegend, sondern bei dem oben erwähnten ersten Halbmarathon, den ich mit 2:04:05 finishte. Da man immer an der 2-Stunden-Marke gemessen wird gab ich meine Zeit oft mit 1h64 bekannt. Das brachte mir wohlwollenden Respekt ein und zeigt auch, dass die Menschen oft nicht richtig zuhören ;-)

Im Jahr 2002 der erste Marathon in Wien, den ich glücklich mit mit einer Zeit von 4h36 und Tränen in den Augen beendete. Dass ich bereits zwei Jahre später um eine dreiviertel Stunde schneller sein werde ahnte ich damals noch nicht! Auch nicht, wieviele Erfahrungen hinzukommen werden. Also Verletzungen, Schmerzen, Freud und Leid.

Wenn man aber den "kritischen Punkt" überwunden hat macht das Laufen süchtig, wie eben in meinem Fall. So stieg der Jahresumfang kontinuierlich sogar bis auf ca. 2.200 KM an. Weiters nahm ich regelmäßig an Wettbewerben teil, die das Salz in der Suppe darstellen. Ich glaube das gehört einfach dazu. Bei den Männern sowieso! Der Bogen spannte sich von 5KM-Läufen, über Crosswettbewerbe zum Viertel-, Halb- und dem ganzen Marathon.

Foto 22002 bei meinem ersten Marathon in Wien. Übergewichtig, "modernes Outfit" und es hat den Anschein, als ob ich mühevoll aufwärts laufe. Nein, es war "brettleben"!

Ich war so fasziniert von dem was sich in Körper und Geist tat, dass ich bald einen Laufverein in meiner Heimatstadt gründete (2003), den LC Vitus, der viele Menschen zu Laufen brachte. Dem nicht genug erfand ich im Jahr 2004 den Sonnenlauf-Halbmarathon, den ich dann mit meinen Lauffreunden aus dem Verein gut organisierte. Von Beginn an mit im Programm Kinderläufe um die Jugend zu fördern. Bald darauf kam auch ein Viertelmarathon dazu!
Wie so oft gibt es in einem Verein unterschiedliche Meinungen und Strömungen. In meinem Fall führte es dazu, dass ich bereits 2007 den Verein mit viel Wehmut verließ. Die Weichen waren aber gut gestellt, es war mir wichtig, dass der Verein durch Streitereien keinen Schaden nimmt!
Nachdem ich übrigens einmal beim "eigenen Wettbewerb" teilnehmen wollte tat ich das im Jahr 2011 sehr erfolgreich, denn ich gewann den Viertelmarathon in meiner Altersklasse

Foto 32011 bei meinem Klassen-Sieg im Sonnenlauf-Viertelmarathon. Da wusste ich noch nicht, dass sich nur einen Monat später die Laufwelt für mich für immer verändert!

Von der Einstufung her sah ich mich als engagierten Hobbyläufer. Und als solcher nehme ich mir die Zeit um pro Woche drei bis viermal laufen zu gehen und mehrere Wettbewerbe zu bestreiten. War das Wochenmaximum früher bei 30KM, so steigerte sich der Umfang zuletzt bis auf 45 KM pro Woche. Hinzu kommt, es tut einfach gut nach einem arbeitsreichen Tag die Schuhe zu schnüren um deine Runden zu drehen. Egal bei welchem Wetter und zu welcher Tages- und Jahreszeit. Die Nachbarn halten mich sowieso für verrückt! Speziell die Marathons führten mich, alleine und mit Freunden von Wien, nach Berlin, Trieset und zum ewig unvergesslichen Highlight New York!

Foto 4: 2009 beim New York Marathon. Trotz dem, vom Startunfall lädierten linken Knie, in guter Form und gerade noch unter vier Stunden im Ziel!

Wäre ich also ohne Laufen ..... leistungsfähiger, gesünder und ausgeglichener geworden?
.. der Neigung zum übermäßigem Essen und gepflegten Getränken entronnen?
.. beruflich in diese ungeahnten Höhen erklommen?

Ich denke immer wieder daran, wie oft mir "vorgeworfen" wurde "du musst aber viel Zeit haben", als ich von meinen Laufeinheiten erzählte oder sogar von zu Hause (17 Km) in die Arbeit lief. Nein, ich hatte nicht mehr Zeit, ich nutzte sie nur besser, weil mein Kopf freier war und ich zudem mehr Energie hatte!

"Vom patscherten Hund zum Marathonmann" hieß der Artikel nach dem NYC-Marathon in einer Regionalzeitung und zeigte anhand meiner Person was möglich ist! Ein "Spätzünder" und grottenschlechter Turner wird zum "Vorzeigeläufer". Und wenn dann viele Menschen zu mir sagen "Laufen ist nichts für mich!". Ja, dann eben nicht, es gibt ja noch so viele andere Möglichkeiten Sport zu betreiben. Aber, es ist (mindestens) einen Versuch wert. Tu es! Und vor allem - tu es für dich!

Sonntag, Dezember 23

Laufjahr 2012: Durchwachsen, mit Tendenz nach oben!

"Laufen war die geliebte Konstante in seinem Leben. Wobei natürlich auch der Ehrgeiz, neue Bestzeiten zu erzielen, seinen Trainingswillen vorantrieb. Die Formkurve versprach viel für seinen Start beim Berlin-Marathon. Doch dann, wie aus dem Nichts, quälten ihn extreme Gelenkschmerzen, die seinen Körper nahezu unbeweglich machten ....!"

So beginnt der aktuelle Artikel zum Thema "Wenn die Glieder schmerzen" in der großen Laufzeitschrift "Running", geschrieben von Mag. Edith Zuschmann, alias RunningZuschi. Eine der profiliertesten Laufjournalistinnen des Landes, aber auch umtriebiger "Tausendsassa" im Laufbereich! Sie beschreibt in "Laufen mit Rheuma" meine Leidensgeschichte, die sie anonymisiert darstellt. Es geht darin aber nicht nur um den SilberLäufer den die Krankheit im Vorjahr wie aus heiterem Himmel traf, sondern auch um Paula Radcliffe, die aufgrund einer Arthrose in London nicht starten konnte. Und es geht natürlich um ärztliche Statements und Hintergrundinformationen zu dieser unangenehmen und schmerzhaften Krankheit. Nachzulesen also im neuen Running!
Winter 2009, mit mehr Schnee als jetzt!

Strickt man meinen Teil der Geschichte weiter, so kann man das heurige Jahr als durchwachsen bezeichnen. Es begann so wie das Vorjahr aufgehört hatte - nahezu Stillstand! Bald aber begann ich der Krankheit zu trotzen. Mit Erfolg! Natürlich waren die Laufeinheiten zu Beginn des Jahres sehr spärlich und von vielen Unterbrechungen gezeichnet. Aufgrund einer gewissen Hartnäckigkeit änderte sich das erfreulicherweise. Die Distanzen wurden länger und immer öfter frei von unfreiwilligen Stopps. Es ging aufwärts! Mein optimistisches Ziel, welches ich im Frühjahr formulierte, schien greifbar zu werden. Es lautete, wenigstens einmal bei einem Wettbewerb dabei sein zu dürfen - am besten bei einem Halbmarathon - und heuer so an die 1.700 KM zu laufen. Keine Ahnung warum ich auf diese Zahl kam, aber es war halt so!

Mit heutigem Tag kann ich mich zufrieden zurück lehnen. Geschafft! Der Palmanova-Halbmarathon Ende November wurde klar unter zwei Stunden gefinisht und die gewünschten Jahreskilometer habe ich seit heute im Sack! Lagen meine läuferischen Vorstellungen zu Beginn des Jahres noch im Bereich der Fantasie, so erfüllt mich das Erreichte mit Glück, Freude und Stolz. Es zeigt, dass man die Gesundung selbst sehr stark beeinflussen und dem Leben ein Schnippchen schlagen kann. Dass ich noch sehr weit davon entfernt bin mich als "geheilt" zu betrachten, zeigten die letzten Tage, als sich Krankheit schmerzlich in Erinnerung rief. Man darf sich aber nicht den Illusionen hingeben und glauben, dass man jahrelange "Sünden" innerhalb von ein paar Monaten in den Griff kriegt. Ich will an dieser Stelle aber zum wiederholten Male deponieren, dass es sich lohnt an der Gesundung aktiv mitzuwirken!

" ... Die Erkrankung anzunehmen und zu akzeptieren war mein erster, wichtiger Schritt zurück in die Laufschuhe, berichtet der hier als Beispiel dienende Hobbyläufer. Heute hört er vor dem Loslaufen bewusst in seinen Körper hinein. Nur wenn es ihm wirklich gut geht startet er los. Er liebt das Laufen noch immer und genießt jeden Schritt, den sein Körper zulässt!" So endet die anfangs erwähnte Geschichte. Ein kleines Wunder für mich persönlich, welches ich mit der gebührenden Demut gerne annehme. Frohes Fest euch allen!

Mittwoch, Februar 22

Ich laufe nur (mehr) für mich!

Läuferschmerzen
Vor ca. neun Monaten veränderte sich meine Laufwelt! Zuerst mit Schmerzen in den Beinen, die dann auf den ganzen Körper übergriffen. Einmal dort, dann wieder da, um dann blöderweise in den Beinen hängen zu bleiben. Das "Jammertal der Leiden" dauerte mehrere Monate bis die "Krankheit" als rheumatische Beschwerden diagnostiziert wurden. Eine Welt brach für mich zusammen! Dann begann die Odyssee durch die Arztpraxen des Landes. Unterschiedliche Meinungen und Diagnosen verunsicherten mich. Irgendwann beschloss ich meine körpereigenen Möglichkeiten voll auszuschöpfen und keine der vorgeschriebenen medizinischen "Turbos" einzunehmen. Sehr zum Missfallen der Ärzte! Ich wandte mich mich zunehmend alternativen Möglichkeiten zu, machte aber trotzdem regelmäßige Kontrollbesuche in der zuständigen Ambulanz des Krankenhauses.

Bei der letzten meinte der Arzt dieser Tage, dass keine rheumatischen Symptome erkennbar seien und was ich alles genommen hätte. Nichts, war meine Antwort! Außer den Schmerztabletten, ohne die ich es zeitweise nicht ausgehalten hätte und zwischenzeitlich ebenfalls abgesetzt habe. Er glaubte es nicht, aber es ist so! Meine Medizin war das Leben - und den Umgang mit meinem Körper - nein wenig umzukrempeln. So glaube ich, dass die "Sünden der Vergangenheit" vorwiegend darin lagen, dass ich die höchsten Ansprüche in meine Arbeit und mein Privatleben gerade mal als Mindestanforderung durchgehen ließ. Mein Leben war stets sehr schnell. Die Anforderungen an mich (und meine Umgebung) sehr hoch! Für sinnvolle Ernährung hatte ich keine Zeit (und keine Lust), obwohl ich als Läufer nicht wirklich sündigte!

Es gibt noch ein paar "Schwachstellen", die aber eher im orthopädischen Bereich liegen. Es scheint aber, dass ich überm Berg bin - und das ohne je ein Rheuma-Mittel genommen zu haben! Ich fass es nicht! Seit Dezember des Vorjahres laufe ich auch wieder. Immer mehr, immer öfter! Ganz leicht, vorsichtig und stets in den Körper "hinein hörend"! Dazwischen Pausen, um nicht zu übertreiben, aber trotzdem bereits zwischen 10-15KM am Stück und in etwa 25-30KM die Woche. Das ist zwar weniger als die Hälfte des bisherigen Laufpensums - aber ich bin happy!

Es hat sich viel verändert, in den letzten Wochen und Monaten. Nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf! Speziell auch nach der zuletzt absolvierten Heilfastenwoche. Ich wurde ruhiger, demütiger und freue mich über meine Fortschritte. Ich esse jetzt auch gesünder! Ja, und es ist mir zwischenzeitlich egal, ob ich jemals wieder einen Wettbewerb laufen werde. Ich will einfach nur hinaus in die Natur, mich hin und wieder meinen Lauffreunden anschließen und jeden Kilometer genießen. Einfach nur so. Einfach für mich!

Freitag, Dezember 16

Laufen mit Rheuma!

Vor kurzem schrieb Margitta in ihrem Blog einen Bericht zum Thema Bewegung, zu dem auch eifrig kommentiert wurde. Einige Tage danach wurden Zweifel in mir wach, weil ich seit etwas mehr als zehn Jahren laufe, mich auch sonst gerne und viel bewege und trotzdem seit Anfang Juni krank bin - mit Rheuma!

Da tauchten unweigerlich Fragen auf: ICH?! Das muß ein Irrtum der Natur sein! Warum ich? Was habe ich falsch gemacht? Ich bewege mich regelmäßig, rauche nicht, trinke mäßig, esse einigermaßen gesund! Also, was solls?!

Man muß sich vorstellen, dass ich in der Vergangenheit nur ca. 1-2 mal pro Jahr beim Arzt war. Ab Juni aber Stammgast in diversen Ordinationen. Sei es mein Hausarzt Dr. Dornkasch (der letztendlich nach Wochen den Grund meiner Schmerzen fand), der Rheumatologe, der Röntgenarzt und der Orthopäde. Das Ergebnis: Kein Läuferknie, keine Achillessehnenverletzung, keine Verletzung jener Stellen des Bewegungsapparates, die sich nach und nach schmerzhaft meldeten. Die mich eine Ewigkeit kaum bewegen und wenig schlafen ließen. Sondern Rheuma! Der Körper spielte verrückt! Und ich wurde es zunehmend!

Nach und nach kam ich aus der Frustphase, die mich ja defenitiv nicht weiter bringt. Aber wenn du früher 50 - 60 KM pro Woche gelaufen bist und dann radikal auf Stopp gestellt wirst, darf man ein wenig verzweifelt sein! Natürlich probierte ich zwischendurch immer wieder ein paar Kilometer. Speziell in Hinblick auf den Berlin- bzw. Mallorca-Marathon. Musste aber bald einsehen, dass es keinen Sinn ergibt. Die Veranstaltungen waren auch ohne mich ein voller Erfolg (ein wenig Zynismus sei erlaubt)!

Ich habe lange überlegt darüber zu schreiben. Dies deshalb, weil ich ja grundsätzlich kein Kind der Traurigkeit bin, äußerst positiv zum Leben stehe und negative Botschaften bei mir daher Seltenheitswert genießen. Im Endeffekt wird es auch keine negative Geschichte! Denn, wer einmal verspürt hat was laufen bedeutet, der will es immer wieder tun. Das war auch der Motor für mich. Dieses Gefühl wieder erleben zu dürfen. Nein, zu wollen!! So suchte ich nach Möglichkeiten von den starken Tabletten wegzukommen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. In meinem Fall mit TCM. Seit einigen Wochen bin ich nun Kunde bei Dr. Kong, die mich regelmäßig akupunktiert. Das Ergebnis ist, dass die Schmerzen zunehmend weniger werden. Die Tabletten auch!

Erfreulich ist auch die Tatsache, dass ich bereits vorsichtige Läufe absolviert habe. Kurz, schön und befreiend. Ich gestehe, dass ich natürlich nicht weiß, ob ich jemals wieder so laufen kann wie früher. Oder, ob ich jemals wieder an Wettbewerben teilnehmen kann. Das ist mir jetzt aber - ehrlich gesagt - ziemlich wurscht. Ich will einfach weitermachen! Denn laufen werde ich wieder, mit oder ohne Rheuma!

Meine Botschaft, die ich hier weiter geben will ist: Ohne laufen hätte ich die Krankheit als vom Schicksal gegeben akzeptiert. Ohne zu wissen, was laufen bedeutet, wäre ich vielleicht in der Verzweiflung geblieben. Natürlich schwanke ich noch immer zwischen Hoffen und Bangen, weiß aber auch, dass ich nicht so krank bin wie jene Menschen die wirklich leiden. Aber eines gilt für mich ebenso, wie für alle Menschen die jemals in Not geraten sind - gib niemals auf! Gerade jetzt!