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Samstag, Januar 7

Mach mehr aus dir! Am Beispiel Michael!

Dieser Tage erhielt ich Einblick in Facebook-Fotos des von mir sehr geschätzten Laufkollegen Michael Wadl unter dem Titel "damals und heute"! Das damals ist noch gar nicht so lange her und zeigt einen jungen Mann der dem Alkohol scheinbar nicht abgeneigt war, dem Nikotin ebenfalls nicht und wenig Anlässe zum Feiern verweigerte. Der stärkste Muskel dürfte jener gewesen sein, mit dem man das Bier stemmt und die Lunge hatte wahrscheinlich vorwiegend die Aufgabe die vielen Zigaretten zu verarbeiten. Sport? Ja, aber nur zusehen!

Irgendwann einmal dürfte es "klick" gemacht haben!
Irgendwann ist etwas passiert, das dem Leben eine nachhaltige Wendung gebracht hat!
Michael damals (prost!)

Der Unsportliche aus meiner Heimatstadt, mit dem ich schon so mach schöne Läufe absolvierte, brachte noch vor 2008 (!) locker zwanzig Kilo Übergewicht auf die Wage. Dann aber mutierte er zum Sportler. Zu einem Menschen, der sein Leben radikal umkrempelte. Der schwierige Phasen durchgemacht haben muss. Der Freunde verloren, aber (hoffentlich) viel mehr gewonnen hat. Und wäre es nicht schon lobenswert genug, dass sich jemand mühevoll vom Couch-Potato zum Ausdauersportler entwickelte, so muß man an dieser Stelle noch auf die Laufkarriere selbst ein wenig eingehen. Denn Michael entwickelte sich zu einem absoluten Top-Läufer!

Immer öfter tauchte er in der Läuferszene auf, klinkte sich bei Laufrunden ein und nahm an Wettbewerben ein. Aber Michael lief nicht nur, er knallte eine Bestzeit nach der anderen auf die diversen Strecken. Bereits 2010 lief er den Halbmarathon in 1:19 und den Marathon in 2:49!! Im Jahr 2011 gab es weitere Steigerungen. Einige Highlights:
Karwendellauf über 52KM und 2.200 HM 4:42:14
Michael heute (links, im Zweikampf)
Salzburg Amref Marathon 2:39:43
UNIQA Sonnenlauf-Halbmarathon 1:15:43
Palmanova-Halbmarathon in 1:14:06 

Es gibt noch unzählige Top-Ergebnisse aus den vielen Wettbewerben die er regelmäßig bestreitet - wie z.B. Berg-, Cross- und sonstige Läufe - und diese zumeist im Spitzenfeld beendet. Es geht hier aber nicht um die Zeiten, sondern um den Menschen: Ruhig, besonnen, niemals übermütig, oder gar überheblich. Es geht in dieser Geschichte also darum, dass einer kommt und zeigt wie's geht. Einer der rechtzeitig seine Chancen erkannt und mehr aus sich gemacht hat. Mehr als er je erträumt hat und wahrscheinlich mehr als ihm viele zugemutet haben. Einer der Vorbild ist!

Ich hoffe, dass viele diesen Bericht lesen, der aufzeigt wieviel Verborgenes in uns steckt. Wieviele Talente in uns schlummern. Wieviel Potenzial wir eigentlich haben. Sei es sportlich, oder beruflich. Es zeigt, dass der Mensch ungeahnte Kräfte frei setzen kann - wenn er will!!!

Michael, ich habe großen Respekt vor deiner Leistung und wünsche dir alles Gute!

Mittwoch, Januar 6

Gib niemals auf! - Am Beispiel Waltraud Laznik!

Heute schreibe ich nicht selbst, sondern gebe einen Bericht der heutigen Kleinen Zeitung weiter. Der mir bestens bekannte Redakteur - Philipp Novak - schreibt darin über eine Kärntner Ausnahmesportlerin, die ich persönlich gut kenne und schätze und mit der ich oft gemeinsam trainieren und laufen durfte - Waltraud Laznik:

„Musste lernen, dem Körper zu gehorchen“
Waltraud Laznik, eine erfolgreiche Kärntner Athletin, läuft nach sechs Chemotherapien in eine neue sportliche Zukunft!


Waltraud Laznik
FRAUENSTEIN (Foto & Bericht: Phino/ Kleine Zeitung). Nach intensiven Wettkampfjahren hatte Waltraud Laznik 2008 als Erholungsjahr eingeplant, ein Comeback für 2009 geplant. Doch es sollte anders kommen. Eine Krebsdiagnose im April 2009 stellte das Leben der Berg- und Langstreckenläuferin auf den Kopf. „Ich habe verlernt auf meinen Körper zu hören, zu oft Warnsignale ignoriert. Musste umdenken, zu mir finden, um den Kampf mit der Krankheit aufnehmen zu können. Und musste lernen, die vorhandene Zeit neu zu nützen. Mein Ehrgeiz als Sportlerin, hat mir dabei geholfen“, sagt die 37-Jährige wenige Tage nach Abschluss der Chemotherapie.


In der gesamten Behandlungsphase hörte die Sportlerin nie auf zu laufen, Sport zu betreiben. „Die Situation am Morgen müde und matt zu sein, kannte ich aus meiner trainingsintensiven Zeit. So konnte ich mich motivieren mich zu bewegen, habe aber zurückgeschraubt. Ich habe gelernt meinem Körper zu gehorchen“ sagt die Läuferin des LC Altis.

Auch als Betreuerin
Waltraud Laznik wird sich dem Spitzensport weiter widmen, aber andere Prioritäten setzen. „Ich möchte Frauen zu mehr Bewegung bewegen, Sportlern im Hintergrund beim Formaufbau helfen“, sagt Laznik, die ein Engagement im Coaching von Sportlern für die Zukunft nicht ausschließt. Laznik, 2006 als viertbeste Österreicherin beim Glocknerlauf, wird zwar weiter an Läufen teilnehmen, der Blick auf die Uhr ist ihr dabei nicht mehr wichtig. „Für mich zählt nurmehr das Dabeisein. Durch die Krankheit bekam ich den Mut mein Leben zu ändern“, so die Spitzensportlerin, und vielfache Titelträgerin.


Nach einem Jahr des Wettlaufs gegen den Tod steht für Laznik vor dem Weg zurück. Es gibt viel, das die Ehrgeizige anderen Sportlern mit auf den Weg geben kann. Unter anderem eine wichtige Erkenntnis. „Nach dem, was ich erlebt habe, kann ich vielen Mut machen, den Kampf aus jeder Position heraus anzunehmen“ sagt Waltraud Laznik.

Beim Fackellauf am letzten Sonntag habe ich sie wieder getroffen und ein wenig mit ihr geplaudert. Es geht ihr gut und sie hat gezeigt was durch Sport und Willen möglich ist. Bewundernswert!!