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| Muskelmyopathie, die Beine werden immer schwächer ...! |
Kurz zum Warum: Mit 62 Jahren wurde ich das erste Mal in meinem Leben ernsthaft mit einer Krankheit konfrontiert - Rheuma! Ich bekam diese, entgegen ärztlicher Meinung, gut in den Griff und habe kaum mehr Probleme damit. Viele Jahre nahm ich die angebotenen Reha-Möglichkeiten in Anspruch. Das erste Mal im Jahr 2014 im Malcherhof in Baden bei Wien. Neben anderen guten Behandlungen wurde ich hier das erste Mal ernsthaft mit Physiotherapie konfrontiert. Anfangs noch nicht aus Überzeugung, im Jahr darauf begann ich aber die Behandlungen dankbar anzunehmen und mich selbst aktiv einzubringen. Es wirkte!
Mein Gesundheitszustand änderte sich im Jahr 2023 brutal, als ich nach einer (gut verlaufenen) Herzoperation, bei der mir drei Bypässe eingesetzt wurden, so schwer erkrankte, dass ich wochenlang um mein Leben kämpfen musste. Danach war alles anders (siehe "Marathon des Lebens!"), die Muskeln sind mir regelrecht zerfallen! Zu den Hauptgründen, warum es mir heute besser geht, als erwartet, zähle ich die gute Behandlung nach dem medizinischen Missgeschick, den Beistand meiner Familie, meinen unbändigen Willen zum Überleben - und die Physiotherapie! Doch was leistet diese eigentlich genau?
1. Prävention und Optimierung im Sport
Viele assoziieren Physiotherapie erst mit dem Moment, wenn „etwas kaputt ist“. Im (Leistungs-)Sport ist sie jedoch vor allem ein Werkzeug der Prävention.
Beim Langstreckenlauf wirken bei jedem Schritt enorme Kräfte auf den Bewegungsapparat. Die Physiotherapie setzt hier an drei entscheidenden Punkten an:
Funktionelle Anatomie: Es geht darum, muskuläre Dysbalanzen auszugleichen. Wenn ein Muskel zu schwach oder verkürzt ist, übernimmt ein anderer dessen Arbeit – was langfristig zu Überlastungsschäden führt.Biomechanik des Laufens: Durch gezielte Mobilisation der Gelenke (insbesondere Sprunggelenk und Hüfte) wird die Effizienz gesteigert.
Regenerationsmanagement: Techniken wie die manuelle Therapie helfen dabei, die Regenerationsphasen zwischen den Belastungen zu verkürzen.
2. Die Herausforderung: Muskelmyopathie
Eine Muskelmyopathie verändert die Spielregeln. Hier geht es nicht mehr um die Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme, sondern um den Erhalt der Muskelsubstanz und die Steuerung der verbleibenden Kraft.
In der medizinischen Rehabilitation übernimmt die Physiotherapie eine sehr wichtige Rolle:
Erhalt statt Überlastung: Bei einer Myopathie ist die Regenerationsfähigkeit der Muskelzellen gestört. Ein „Training bis zum Umfallen“ wäre hier kontraproduktiv. Die Physiotherapie arbeitet deshalb mit dosierter Belastung. Es geht darum, den Muskel zu fordern, ohne ihn durch oxidativen Stress zu schädigen.Neuromuskuläre Koordination: Oft verlernt der Körper durch die Schwäche effiziente Bewegungsmuster. Die Therapie hilft dabei, die Ansteuerung der Muskeln durch das Nervensystem zu optimieren (Propriozeption). Man lernt quasi, mit den vorhandenen Ressourcen ökonomischer umzugehen.Kontrakturprophylaxe: Wenn die Kraft nachlässt, neigen wir zu Schonhaltungen. Diese führen zu Verkürzungen von Sehnen und Versteifungen von Gelenken. Die passive Mobilisation durch den Therapeuten ist hier essenziell, um die Bewegungsradien zu erhalten.
3. Ein Plädoyer für professionelle Begleitung
Egal ob man 42 Kilometer läuft oder gegen eine degenerative Muskelerkrankung ankämpft: Der Körper ist ein komplexes System, das fachkundige Wartung verdient.
Die Physiotherapie ist für mich weit mehr als eine „Massage auf Rezept“. Sie ist eine Form der angewandten Biologie, die uns hilft, die Autonomie über unseren Körper so lange wie möglich zu bewahren.
Es ist nie zu spät – und man ist nie „zu gesund“ oder „zu krank“ –, um von einer gezielten Bewegungstherapie zu profitieren.
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| Physio, in guten Händen! |
An dieser Stelle gebe ich zu, anfangs das Wirken der Physiotherapeuten unterschätzt zu haben! Das mit den Jahren gravierend, ganz besonders in jenen ab 2023! So gab es in meiner Zeit im Klinikum Klagenfurt Marianne und Jakob, die mir im wahrsten Sinn des Wortes wieder auf die Beine halfen. Und dann, in der Gailtalklinik die wunderbare Christina, die Großartiges leistete! Den letzten Schliff gab mir dann Stefanie Schwaiger (Steffi), deren Dienste ich bis heute regelmäßig in Anspruch nehme. Stellvertretend für alle anderen, vielen Dank euch allen!
Hast du selbst Erfahrungen mit Physiotherapie gemacht – sei es im Sport oder zur Genesung? Ich freue mich auf einen Austausch in den Kommentaren!


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