Freitag, Juni 5

Vom Verbrenner zum Stromer!

Wie kann man nur mit E-Autos fahren? Die sind ja viel zu teuer! Und Lademöglichkeiten gibt es auch viel zu wenige! Und ausgereift ist die Technik sowieso noch nicht! Genau so dachte ich - bis vor kurzem!
Wie es dazu kam, dass ich seit April des Jahres - als überzeugter Fahrer von Benzin betriebenen Autos - auf ein Elektro-Auto wechselte, davon handelt dieser Beitrag!

Heuer werde ich 77 Jahre alt und blicke daher auf 59 Jahre zurück, die ich ausschließlich mit Verbrenner-Autos gefahren bin, wobei mein erstes, eigenes Auto ein Puch 500 war. Der Klassiker der damaligen Zeit, den ich mir im Jahr 1970 um 5.000,- österreichische Schilling erstanden habe. Der Klassiker der damaligen Zeit! Ab diesem Zeitpunkt war ich nie mehr ohne Auto unterwegs und fuhr verschiedenste Modelle, ohne aber ein Autofetischist zu sein!
Natürlich fuhr ich als Jugendlicher auch mit einem Moped und später (zusätzlich zum Auto) sogar mit einem Motorrad und später einem Motorroller.

Ab dem Jahr 1989 hatte ich das Glück auf Firmenautos zurückgreifen zu können, was finanziell für mich einfacher war. Besonders interessant war die Zeit, als ich beruflich für ca eineinhalb Jahre in Deutschland (zur Zeit der Wende) tätig war. Da hatte ich einen Vertrag mit Sixt-Budget (ja, so hieß es damals) und fuhr sehr nobel durch die Gegend! Ich wechselte die Autos auch später sehr oft, da ich beruflich generell viel unterwegs war. Konkret alle vier Jahre, aufgrund des stets laufenden Leasingvertrages. Ich wechselte zumeist nicht nur das Auto, sondern auch immer auch die Marke und pendelte mich erst mit zunehmendem Alter auf einen Anbieter ein - KIA!

Was immer gleich geblieben ist war das Schaltgetriebe. Erst im Jahr 2023 bin ich auf ein Automatik-Auto und Tempomat umgestiegen. Nicht, weil ich überzeugt war den Komfort beim Autofahren haben zu müssen, sondern weil ich gesundheitlich in diesem Jahr eine schwere Zeit durchgemacht habe und das Fahren mit dem KIA Stonic (GT Line) eine wesentliche Erleichterung darstellte. Meine Meinung dazu? Das hätte ich schon viel früher machen sollen bzw. sogar müssen!

Heuer im Frühjahr gab es schon wieder Überlegungen, ich beschäftige mich erneut mit einem Autokauf. Der Grund lag darin, dass wir im August 2024 eine PV-Anlage für unser Einfamilienhaus (mit 7,5 KWh und Speicher) angeschafft haben und die Benzinpreise (dank Trump) in die Höhe schossen. Unsere PV-Anlage hat einen sehr hohen Wirkungsgrad und liefert mehr Strom als wir benötigen (im Winter naturgemäß weniger). Dennoch, übers Jahr haben wir einen ordentlichen Überschuss, für den unser Energielieferant Kelag sehr wenig zahlt! Kommt jetzt ein E-Auto? Obwohl das Thema bis zum Anfang des heurigen Jahres kein Thema war!

JA! Ich machte mich schlau, las viele Berichte und sah unzählige Videos zum Thema E-Auto. Hinzu kam mein Alter, das heißt jetzt oder überhaupt nie mehr! Aber da ich grundsätzlich jemand bin, der sehr schnell entscheidet, fuhr ich Anfang April zum KIA-Händler meines Vertrauens in Klagenfurt und kam 30 Minuten später mit einem unterschriebenen Kaufvertrag für den neuen KIA EV2 Earth wieder heraus, den ich zehn Tage später beim außerordentlich sympathischen und kompetenten Verkäufer Christian Prothej abholen konnte.

In der Zeit dazwischen ließ ich vom Elektriker den Wattpilot (Wallbox) von Fronius (passend zur PV) montieren, die so eingestellt ist, dass sie zuerst den Überschuss ans Auto weitergibt, dann den Strom aus dem Speicher und wenn da nix drinnen ist, kommt der Energieversorger dran. Da ich Pensionist bin und mein Aktionsradius geringer ist werde ich unterwegs sehr wenig laden müssen, obwohl die Reichweite des Stromers mit knapp 320 Kilometer begrenzt ist. Das passt und das wusste ich ja von Anfang an!

Fazit: Nach nur einem Monat habe ich mich so sehr an das elektrische Fahren gewöhnt, dass sich meine Gedanken an den Benziner plötzlich wie ein Relikt aus einer anderen Epoche anfühlen. Das lautlose Gleiten erstaunte mich. Wer jahrelang Verbrenner fährt, nimmt Vibrationen und Motorengeräusche als festen Bestandteil des Fahrens wahr. Daher war ich überrascht erstmals ich im Auto auch mein Autoradio zu hören, ohne es auf eine Lautstärke zu drehen, die unangenehm ist! Beim Fahren gibt kein Ruckeln beim Gangwechsel, kein kurzes Zögern beim Gasgeben. Zugegeben, an der Logistik beim Laden, die aufgrund der Vielfalt an Ladekarten etwas kompliziert erscheint, arbeite ich noch. Wie mir erfahrene "Stromer" erzählen ist das in der Übergangsphase normal. Wobei, ich bin hoch zufrieden und ein Zurück kommt für mich sowieso nicht mehr in Frage!

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