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Donnerstag, April 19

Wings For Life Run, die Dritte!

Der "Wings for Life Run" ist auch heuer wieder ein Fixpunkt für mich, geht es doch darum Gutes zu tun und nebenbei auch einen angenehmen Lauf in entspannter Atmosphäre zu absolvieren. So wie ich heuer bereits zum dritten Mal. Und auch diesmal wieder in Wien. Auch wenn die Vorzeichen für mich denkbar schlecht sind, weil ich die letzten drei Wochen von einer bis dato nicht gekannten extrem starken Erkältung ziemlich außer Gefecht war. Trotzdem, wenn ich ab nächster Woche wieder trainieren kann sollte es für einen Lauf bis zu fünfzehn Kilometer reichen!

Was ist aber das besondere an diesem vom RedBull-Konzern finanzierten Laufevent?
Der Wings for Life World Run ist ein seit 2014 jährlich im Mai auf 34 oder 35 Strecken in 33 Ländern weltweit zeitgleich stattfindender Wohltätigkeitslauf. Motto ist: „Laufen für die, die nicht laufen können“ und bedeutet, dass alle Einnahmen der Rückenmarksforschung zugute kommen!

Es handelt sich um einen Volkslauf, das heißt, jeder kann teilnehmen.
Das Startgeld wird komplett an die Stiftung gespendet, der Hauptsponsor Red Bull übernimmt die Veranstaltungskosten. Je nach Ort und Zeitpunkt der Anmeldung unterscheidet sich das Startgeld ein wenig. In Österreich sind 50,00 Euro zu entrichten, es ist aber auch möglich, im Laufe des Anmeldungsprozesses die Spende zu erhöhen. In den beiden Austragungen 2014 und 2015 kamen jeweils 3 Millionen und 4,2 Millionen Euro spenden zusammen.

Der Wings for Life World Run ist insofern besonders, dass keine vorgegebene Distanz, zum Beispiel 10 Kilometer oder 42,195 Kilometer wie bei einem Marathon, zurückgelegt werden muss. Damit können Läufer mit sehr unterschiedlichem Niveau in gleicher Weise teilnehmen. An jedem Ort ist eine Strecke von 100 km vorbereitet. Alle Teilnehmer starten gleichzeitig, 30 Minuten später fährt ein Auto, das sogenannte „Catcher Car“, die Strecke ab. Es startet mit 15 km/h und wird Schritt für Schritt schneller. Wenn das Auto einen Läufer überholt, ist für diesen das Rennen beendet. Ein Busservice bringt ausgeschiedene Teilnehmer zurück zum Startbereich. Sportlich gesehen zählt also nicht die Zeit, die ein jeder braucht, um eine gewisse Distanz zurückzulegen, sondern die Strecke, die zurückgelegt wird, bevor einen das Catcher Car überholt.

Ich habe eingangs erwähnt, dass ich versuchen werde so an die fünfzehn Kilometer zu laufen, weiß es aber nicht. Denn es geht nicht um fixe Distanzen sondern dass das Ziel von hinten kommt - in Form des Catcher Cars. Wann und wo es also bei mir so weit sein wird? Keine Ahnung! Und gerade das macht den Reiz aus und finde ich extrem spannend! Hinzu kommt, laufen und spenden kann nie falsch sein!
Und übrigens - ich habe die Startnummer 22244!

Willst du auch dabei sein? Hier geht's
- zum Streckenrechner
- zur Anmeldung

Dienstag, Mai 9

Wings for Life, die ganze Welt läuft für einen guten Zweck, so auch ich!

Es handelt sich bei diesem einzigartigen Wettbewerb um den "Wings for Life Run", der am 7. Mai 2017 bereits zum vierten Mal ausgetragen wurde und dessen Erlös zur Gänze der Rückenmarkforschung zufließt und von RedBull organisiert und veranstaltet wird. Nachfolgend eine Kurzbeschreibung des einzigartigen Wettbewerbes:
Veranstalterfoto/ wingsforliferun
In 25 Städten auf der ganzen Welt wird zeitgleich der Wings for Life World Run eröffnet. Bei diesem einzigartigen Charitylauf gibt es keinen Zieleinlauf. Jeder Läufer kann so lange laufen bis er vom sogenannten Catcher Car überholt wird. Dieses setzt sich genau 30 Minuten nach dem Startschuss in Bewegung und erhöht sukzessive seine Geschwindigkeit. Ein Großteil der Läufer wird zwischen Kilometer 12 und 23 eingeholt. Die schnellsten Läufer der Welt erreichen beim Wings for Life Run allerdings bis zu 90 km.
Der Sieger war erstmals ein Rollstuhlfahrer und wurde in Dubai gekürt. Aron Anderson (SWE) gewann mit unglaublichen 92,14 Kilometern. Der Läufer mit der am weitesten gelaufenen Distanz ist Bartosz Olszewski (POL) mit 88,06 Kilometern.

Bedingt durch meine positiven Eindrücke aus dem Vorjahr, die ich - trotz mäßigem Abschneidens - mitgenommen habe, ließ ich es mir nicht nehmen, auch heuer wieder dabei zu sein wenn es heißt "Laufen und Spenden"! Am Vortag in Wien angekommen übernachtete ich in der Pension Lehrerhaus, unweit des Startgeländes. Praktisch! So genoss ich die Zeit bis zum Start um dem Treiben am Rathausplatz zuzusehen, aber auch ein wenig die Stadt zu genießen und mich gedanklich auf den nächsten Tag einzustimmen.

Meine Freude an der wiederholten Teilnahme stieg zunehmend und ist einfach erklärt. Die Diagnose Rheuma ließ mich erahnen wie es sich anfühlt unbeweglich zu sein. In meinem Fall änderte sich das zum Positiven. Trotzdem werde ich den Laufsport nie wieder so ausüben können wie ich es jahrelang praktizierte. Nun, nach sechs Jahren der Qual fühle ich mich gut und denke die Krankheit weitest gehend überwunden zu haben. Nachdem zunehmend passable Distanzen (wöchentlich wieder ca. 40 KM) und Zeiten laufe war mein Ziel bei einem Schnitt von 5:40 Minuten/ Kilometer an die 17-18 Kilometer zu laufen. Im Normalfall locker machbar. Doch was ist heute schon normal?

Ein gutes Kilometer-Splitting sieht anders aus!
Die Splitting-Tabelle zeigt schonungslos, dass ich mein Vorhaben sehr bald aufgeben musste, da die Geschwindigkeitskurve bereits nach wenigen Kilometern nach unten zeigte. Dieser unerklärliche Einbruch zwang mich zu mehreren Stopps um bei KM 8 endgültig den Tiefpunkt zu erreichen. Das war's dann wohl?
Nicht mit mir! Deshalb fahre ich nicht nach Wien. Und so kämpfte ich mich tapfer zurück und pendelte mich bald wieder bei guten Zeiten ein. Zu spät allerdings um mein angepeiltes Ziel zu erreichen, aber trotzdem stolz auf meine mentale Stärke und glücklich nie aufgegeben zu haben. Letzteres war sowieso nie meines! So bin ich mit diesem Plus/Minus-Ergebnis zufrieden und 14,3 Kilometer sind's dann auch geworden!

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Wien zählt zu den Hot-Spots der Veranstaltung und an die 14.000 TeilnehmerInnen unterstreichen dies eindrucksvoll. Was aber generell so faszinierend ist, ist die positive Grundstimmung. Es geht um nichts und doch sehr viel! Nämlich dass jene die laufen können jenen helfen die dazu nicht (mehr) in der Lage sind (mit "I ran for those who can't" stehts auch auf meiner Urkunde). Und daher ist diese Idee so wichtig, die heuer weltweit 155.000 Menschen auf die Beine brachte. Das zählt und sonst nichts! Daher ist mein Entschluss fix, auch nächstes Jahr wieder dabei zu sein!

Nachfolgend ein paar meiner Impressionen in einem Kurzvideo zusammen gefasst!

Montag, Mai 9

Ich lief für jene, die nicht laufen können!

Auch wenn mein eigener Lauf meine - eh bescheidenen - Erwartungen nicht erfüllte, so war es doch einzigartigste und spektakulärste Wettbewerb, bei dem ich jemals dabei sein konnte, der Wings for Life World Run! Denn jeder der dabei mitmachte wusste, er tat dabei Gutes um jenen zu helfen denen die Ausübung dieser wunderbarer Sportart aus gesundheitlichen Gründen nicht gegönnt ist! Denn das gesamte Nenngeld (in Summe 6,6 Millionen Euro!) wurde 1:1 an die Stiftung für Rückenmarkforschung gespendet, deren Ziel es ist Querschnittslähmung heilbar zu machen!

Man muss sich die Dimensionen einmal vorstellen: Gleichzeitig starteten am 8. Mai 2016 etwa 130.000 Menschen in sechs Kontinenten und 34 verschiedenen Austragungsorten!
Und erstmals in der Geschichte des Laufsports liegt das Ziel nicht vor, sondern hinter dir, denn ein so genanntes Catcher Car rollt das Feld von hinten auf indem es eine halbe Stunde nach dem Start Fahrt aufnimmt und zunehmend schneller wird. Gleichzeitig, weltweit an allen Austragungsorten! Genial! Hat es dich also erreicht, ist das Rennen für dich beendet! Du weißt also nie genau wie lange du wirklich läufst. Das angenehme aber, das Ziel erreichst du so in jedem Fall!

Aufgrund dessen, dass ich seit einigen Monaten wieder einigermaßen laufen kann, habe ich mich für den Wiener Austragungsort angemeldet, wissend, dass ich zu dieser Zeit eh in der Gegend bin! Am Tag davor galt es also die Startunterlagen am Karlsplatz in Wien abzuholen. Es lief alles wie am Schnürchen und in null-komma-nix hatte ich mein Starterpaket. Angeregt durch die gute Stimmung, das schöne Wetter und die vielen Leute blieb ich noch eine Weile und hörte dem sympathischen Andi Goldberger beim Interview zu.

Der Veranstaltungstag selbst war der absolute Hammer! 1.000e Menschen waren schon am Karlsplatz und die Stimmung grandios. Klar, gab es für die meisten doch nur das Motto laufen, spenden und dabei zu sein. Kein Wettkampfstress machte sich bemerkbar. Kurz nach Mittag sammelten sich 14.000 Läufer vor dem Künstlerhaus um in ausgelassener Stimmung auf den Start zu warten. Das warmup wurde gut moderiert und zelebriert. Sei es mit einem rießigen Transparent, welches über die Köpfe der Teilnehmer hinweg gezogen wurde, Jubelgeschrei und fröhlich winkenden Läufern. Um Punkt 13:00 Uhr (und zeitgleich in allen anderen Austragungsorten) ging es dann los!
Aufgrund meiner eigenen Einschätzung und dem Streckenrechner (wie viele Kilometer kann ich laufen, ehe mich das Catcher Car einholt) pendelte ich mich gedanklich bei 20 Kilometer ein. Ein Menschenmeer (wie links im Bild gezeigt) wälzte sich durch Wien, gleichzeitig säumten unglaublich viele Zuseher den Weg. Dieser führte zur Maria-Hilfer-Straße, weiter zum Ring.  War ich bis KM 8 noch voll im Zeitplan, merkte ich bald ein verräterisches ziehen in der linken Wade, die mich veranlasste das Tempo zu drosseln. Meine, vor einer Woche zugezogene, Muskelzerrung machte sich bemerkbar. Danach ging es nur mehr mit stopp & go weiter, um dann bereits nach ca. 12,4 Kilometer vom Catcher Car eingeholt zu werden!

Fazit: Nachdem das Rheuma keine großen Dinge mehr zulässt, konnte ich hier doch wieder Laufluft schnuppern. Das taugt mir! Daher bin ich, trotz meines (zu) frühen Ausscheidens, froh dabei gewesen zu sein, galt es doch dem Motto des Tages gerecht zu werden, welches lautete: "Ich laufe für alle, die nicht laufen können!". Es war emotional und stimmungsmäßig einfach erstklassig und von der Organisation her sowieso. So empfehle ich hier gerne den "schneller und weiter Gedanken" eine Pause zu gönnen, um beim Wings for Life Run mitzumachen. Weltweit gibt es dazu genug Möglichkeiten. Ja - und ich bin für 2017 natürlich wieder angemeldet!

HIER geht's zur Anmeldung zum Wings for Life Run 2017
HIER gibt's den offiziellen Nachbericht von Red Bull zum Wiener Event und