Posts mit dem Label Reha werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Reha werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, Juli 9

Wie war die Reha?

Klinikum Malcherhof
Am 12. Juni des Jahres war es wieder einmal so weit, eine Reha stand am Programm und diesmal wieder im Klinikum Malcherhof in Baden bei Wien. Warum? Weil mich einerseits seit 2011 das Rheuma plagt, andererseits aber seit meiner schweren Erkrankung im Jahr 2023 noch immer massive Probleme im Bewegungsapparat habe. Nachdem beide Erkrankungen zu den Schwerpunkten des Klinikums zählen und ich bereits gute Erfahrungen habe, war die Auswahl logisch und richtig! Auch die Stadt Baden hat mir bisher stets gut gefallen, zeichnet sie sich doch als lebhafte Stadt mit unzähligen Veranstaltungen, ehrwürdigen Bauten (aus der Kaiserzeit), schönen Parkanlagen und tollen Wanderwegen aus!

Pause beim Nordic Walking
Wie erwähnt lag das Hauptproblem im Bewegungsapparat, wodurch in der Therapie sehr viel an der Stabilität und dem Muskelaufbau gearbeitet wurde. Hier in Gruppen, aber auch in Einzelbehandlungen mit Physiotherapeuten. Des weiteren gab es Elektro- und Wasserbehandlungen, wobei gerade Letzteres sehr effizient und wohltuend empfand. Sehr überrascht war ich, dass man mich auch mehrmals auf das Laufband stellte, zumal ich mich beim letzten Mal in der Gailtalklinik Hermagor kaum bewegen konnte und von allen Seiten angeschnallt war. Aber auch diese Therapie gab mir Selbstvertrauen in der Bewegung. Dennoch, die Stabilitätsübungen waren für mich durchgehend eine massive Herausforderung, die ich nur schwer meistern konnte. Aber das Ziel war ja, meinen Ist-Stand zu bewahren und die eine oder andere Verbesserung zu erzielen und ich denke, das ist gelungen! Auch deshalb, da ich außerhalb der Therapien viel unterwegs war. Und obwohl ich zumeist mit Gehstock oder Nordic-Walking-Stöcken unterwegs war, ein Sturz im unwegigen Gelände war unvermeidlich!

Doblhoffpark & Rosarium

Auch außerhalb der Behandlungen bot der Aufenthalt in der Kur- und alten Kaiserstadt viel Abwechslung. Erfreulich war, dass mich meine Frau an meinem Geburtstags-Wochenende besuchte. Sie kam mit dem Zug bis Wiener Neustadt, wo ich sie am Samstag abholte und am Sonntag wieder zurückbrachte. Ich zeigte ihr u.a. mein Quartier, die Stadt sowieso und natürlich den Doblhoffpark mit Rosarium und natürlich auch den Kurpark. Den Abend genossen wir beim Heurigen Schwertführer in Sooß.

Baden in Weiß und ich mittendrin
Zu erwähnen ist auch, die Anzahl der vielen Veranstaltungen, die es regelmäßig in Baden gibt. So auch die permanente Bilderausstellung vieler bekannter Fotografen, die an den verschiedensten Orten der Stadt zu sehen waren. Sehr toll fand ich "Baden in Weiß", als sich am letzten Juni-Wochenende 1000ende Menschen in der Stadt trafen. Würde sagen, da waren knapp 100% der Menschen wirklich in weiß unterwegs und hatten gute Laune. Die Geschäfte hatten in der Innenstadt alle geöffnet und viele Bands geigten ordentlich auf! Auch der "Badener Stadtlauf" brachte 100erte TeilnehmerInnen, wie auch die vielen Konzerte, die es regelmäßig zu bestaunen gab!
Radpartie zum Helenental

Erfreulich war auch, dass mich meine - in Mödling wohnende - Cousine Irun mit Mann während meines Aufenthaltes besuchte. Ich selbst bummelte abends öfter in die Stadt (auch um ein gutes Eis zu genießen oder einzukaufen), ging mehrmals mit den Nordic-Walking-Stecken in den Wald und buchte einmal sogar ein Leihfahrrad. Mit diesem fuhr ich ins Helenental, aber nur so lange, bis es aufwärts ging, da ich dies mangels Stabilität nicht kann! Viele Rehapatienten nutzten auch die Möglichkeit am Abend den einen oder anderen Heurigen aufzusuchen, einige sogar jeden Tag! Ich wiederum suchte die Ruhe und Erholung und genoss diese in vollen Zügen. So war ich abends bald wieder im (ruhigen) Zimmer und las dabei auch einige Bücher.

BK Dr. Stocker ehrt Wolfgang Puck
Ein absolutes Highlight gab es am 30. Juni! Mein Jugendfreund Wolfgang Puck wurde an diesem Tag das "Silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich" vom Bundeskanzler Dr. Christian Stocker überreicht und ich war dazu eingeladen! Erfreulicherweise gab mir die Leitung des Malcherhofes einen Freigang bis 22:30 Uhr, den ich gerne nutzte. Der war auch notwendig, da der geehrte nach der Überreichung zum Dinner in das Palais Coburg geladen hatte!

Wolfgang Puck & Reinhard
Die Feier fand in einem überschaubaren Rahmen im Bundeskanzleramt in Wien statt, wobei Wolfgang mit der ganzen Familie kam. Zusätzlich einige Freunde, Geschäftspartner und Politiker, wie auch der ehemalige Bürgermeister, Dr. Michael Häupl, der auch die Laudatio hielt! Aus St. Veit mit dabei auch Redakteur und Freund Peter Pugganig, der dazu einen Bericht (hier) verfasste!
Im Coburg konnte ich leider nicht bis zum Schluss bleiben, da die verbleibende Zeit dies nicht zuließ. Der Teil, den ich miterleben konnte war aber sehr feudal, angenehm und harmonisch. Besonders Wolfgang überraschte mich positiv, da er sich ehrlich über mein Erscheinen freute und sich mir gegenüber auch äußerst freundschaftlich verhielt!

Guter Eiskaffee zum Abschied
Alles in allem ging es mir in den drei Wochen sehr gut
, nur die Hitze während dieser Zeit war sehr ungewöhnlich und die Temperaturen tropisch! Erfreulich war, dass ich meine Reha-Ziele, dank der tollen TherapeutInnen und sehr guten Behandlungen, erreicht habe. Das war gut und wichtig und gab mir das Vertrauen das Leben zwar eingeschränkt, aber dennoch gut und einigermaßen Selbstbestimmt leben zu können. Den Leitspruch des Malcherhofes "Rehabilitation auf Top-Niveau" kann ich nur unterstreichen. Vielen Dank an alle!

Montag, April 1

Reha mit Herz!

Die Rehabilitation ist ein wichtiger Teil der Gesundheitsversorgung. Das vorrangige Ziel der medizinischen Rehabilitation ist, den ursprünglichen Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten nach Unfall oder Krankheit wieder herzustellen. Zudem unterstützen berufliche und soziale Rehabilitation den Menschen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Bei einem Kuraufenthalt geht es vor allem um die Aufrechterhaltung der Gesundheit!
Die HerzReha Bad Ischl

So steht es jedenfalls im öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs, unter gesundheit.gv.at. Und genau das war auch das Ziel, als ich Anfang März in die HerzReha Klinik Bad Ischl fuhr. Denn Leser meines Blogs wissen, dass ich seit dem Jahr 2023 gesundheitlich schwer angeschlagen bin. Nachdem ich für die Mobilität und den Körperaufbau schon viel getan habe, war jetzt das Herz an der Reihe. Die Operation am wichtigsten Organ des Menschen war schließlich die Ausgangsbasis für den darauf folgenden Leidensweg! Mir ging es in den kommenden drei Wochen darum, über den Umgang mit einem erkrankten Herz Bescheid zu wissen. Konkret ging es darum in welchem Ausmaß ist das Herz belastbar bzw. was darf ich und was soll ich eher unterlassen?
Franzl und Sissi?

Die HerzReha in Bad Ischl
ist eine anerkannte Institution die einen ausgezeichneten Ruf hat und mitten im Ort liegt, dessen kaiserliches Image gut gepflegt wird! "Franz und Sissi" (Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth) spürt man hier überall, was vollkommen in Ordnung ist, denn hier haben sich die beiden verlobt und viel Zeit verbracht! Es lohnte sich also durch die Stadt zu flanieren, was ich immer wieder gerne getan habe!

In der Reha-Anstalt selbst fühlt man sich von Beginn an gut aufgehoben. Die Zimmer sind geräumig und nur einzeln belegt. Ein Umstand, der auch für das Wohlbefinden sehr angenehm ist. Die Ernährung ist im Normalfall gesund und salzlos, man kann aber dennoch unter 2-3 Menüs auswählen. Besser ist aber beim so genannten Herz-Menü zu bleiben, da ich am Ende der Reha merkte, wie positiv sich dieses auf den Allgemeinzustand auswirkt!
Training am Ergometer

Um den eingangs erwähnten Ziel gerecht zu werden gibt es natürlich eine etliche Therapien. In meinem Fall lagen die Schwerpunkte bei Bewegungsübungen in der Gruppe, Unterwassergymnastik, Ergotherapie mit dem Fahrrad, die permanent gesteigert wurde, Einzelphysiotherapie und Entspannung! Ich selbst war zusätzlich auch regelmäßig Nordic Walking und einige Male spazieren (so es das Wetter zuließ)!
Zweites Frühstück beim Zauner

Zwischendurch erkundigte ich das wunderschöne Salzkammergut und besuchte dabei St. Wolfgang am Wolfgangsee, die Red-Bull-Zentrale in Fuschl, wie auch den Traunsee mit Schloss Ort und Gmunden. In Bad Ischl selbst war ich mehrmals in der bekannten Kaffee-Konditorei Zauner, aber auch in der kleinen, aber feinen Schaubäckerei Rührwerk. Selbstverständlich sah ich mir auch die Kaiservilla an, war im Kaiserpark um beim Kongresshaus. Leider ließen meine mangelhafte Mobilität und das dauerhaft schlechte, kalte und regnerische Wetter nur wenige Ausflüge zu.

Im Blick zurück deponiere ich abschließend sehr gerne, dass ich die HerzReha in Bad Ischl für mich für eine der ersten Adressen in Österreich halte. Die Therapien sind sehr gut auf die Patienten abgestimmt, man fühlt sich willkommen und gut versorgt und egal in welchem Bereich des Hauses, das Personal strahlt eine sehr erfrischende Herzlichkeit aus! 
Auch jene Personen, mit denen ich den Tisch teilte waren genau so angenehm wie der Großteil jener, die ich bei den diversen Therapien oder in der Cafeteria des Hauses getroffen habe. Es war ein Aufenthalt, der mir in allen Belangen sehr gut getan hat. Vielen Dank!

Die Reha im Rückblick

Donnerstag, Juni 29

Marathon des Lebens 2 - "Mit der Reha geht es aufwärts!"

Im Mai schrieb ich unter dem Titel "Marathon des Lebens (Teil 1)" warum ich statt fünf Wochen Krankenhaus- und Reha-Aufenthalt in Summe fünf Monate in diversen Krankenhäusern verbringen musste und warum mein Leben an einem seidenen Faden hing. Nachdem meine zuletzt angekündigte Reha in der Gailtal-Klinik/ Hermagor heute, am 29. Juni 2023 endet, ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen!

Dazu muss man wissen, dass die Gailtal-Klinik auf die Neurologische Rehabilitation spezialisiert ist und sich in diesem Fachgebiet einen guten Ruf erworben hat. Genau deshalb bin ich hier an der richtigen Adresse, um die nächste Stufe meiner Gesundung erreichen zu können!

Das Abenteuer Reha begann am 04. Mai 2023
, als ich von der Rettung vom Klinikum Klagenfurt nach Hermagor überstellt wurde. Eingewiesen wurde ich in ein Dreibett-Zimmer, was mir anfangs nicht sonderlich behagte, sich dann aber doch als gute Wahl herausstellte, zumal das doch sehr geräumige Zimmer einen Balkon Richtung Süden hatte, mit Blick zu den mächtigen Bergen der Karnischen Alpen. Gab es anfangs noch unterschiedliche Meinungen zum starken Zigarettenkonsum eines der Zimmerkollegen, so legte sich der Rauch aber sehr bald, der stets vom Balkon in das Zimmer wehte.

Nach den ersten Tagen der Aufnahme mit Anamnese, Arztgespräch und administrativen Dingen, ging es am Montag, den 08. Mai gleich ordentlich zur Sache. Der Therapieplan zeigte viele verschiedene Einheiten, die mich weiterbringen sollen, wobei das Hauptaugenmerk in den Bereichen Physio- und Ergotherapie lagen. Man muss sich vorstellen, dass ich im Rollstuhl in Krankenhaus angekommen bin und bereits in der ersten Woche alleine mit dem großen Rollator gehen konnte und in der zweiten mit jenem in der normalen Größe. Gleichzeitig war es mir nach wenigen Tagen möglich, mich selbstständig zu waschen und anzuziehen. Letzteres natürlich mit Hilfsmitteln, da es bei meiner Beweglichkeit noch viel Luft nach oben gab!

Wie beschrieben gab es durch die Summe aller Bemühungen, aber ganz besonders Dank meiner mir zugeteilten Physiotherapeutin Christina nahezu im Wochentakt sehenswerte Fortschritte. Ein weiterer Meilenstein war, dass ich bereits in der dritten Woche meines Aufenthaltes für das Gehen keinen Rollator mehr benötigte, wohl aber Nordic-Walking-Stecken, die mir die nötige Sicherheit gaben. Sie wurden aber bald von einem normalen Spazierstock abgelöst. Der Ist-Stand ist der, dass ich auf nahezu ebenen Strecken keine Hilfsmittel benötige, wird's steiler und uneben ist der Stock unerlässlich.

Dazu nun eine Erklärung:
Um einigermaßen normal gehen zu können benötige ich Fußorthesen. Dies deshalb, weil es im Zuge meiner Erkrankung schwere Nerven- und Muskelschädigungen gab. Bedingt dadurch schaffe ich es nicht ohne Hilfsmittel den Fuß so zu heben, dass ich normal gehen kann. Das bedeutet, dass meine Füße ohne Orthese nach unten klappen. Ob ich nun bei meinen Fußbewegungen dauerhaft eingeschränkt bleibe, oder ob sich der Fuß wieder normal bewegen lässt, kann niemand versprechen. Wenn ich aber rückblickend meinen Heilungsverlauf betrachte und meinen Ehrgeiz ganz gesund zu werden dazu nehme, dann bin ich sehr zuversichtlich wieder "der Alte" zu werden! Der Faktor Geduld wird dabei mein ständiger Begleiter sein!

Habe ich zuvor die Physiotherapie erwähnt, so gilt das auch die bereits erwähnte Ergotherapie, die mir die Motorik zu nahezu hundert Prozent zurückbrachte. Wichtig und hilfreich war auch die Wassertherapie mit Andreas, oder die Musiktherapie, bei der man im Takt der jeweiligen Musik seine Übungen macht. Ein sehr kurzweiliges Unterfangen. Ab der Mitte meines Aufenthaltes gab es zweimal die Woche ein Zirkeltraining, bei dem man - aufgrund der stets gleichen Übungen - die Fortschritte gut erkennen konnte. Die Gehgruppe wiederum, bei der ich mich ab Juni einklinkte, brachte mir die Sicherheit, die ich brauche.

Trotz meiner raschen Fortschritte und meiner zunehmenden Selbstständigkeit war das Ziel nach vier Wochen noch nicht erreicht, es gab eine Verlängerung um weitere vier Wochen. Denn vorgenommen habe ich mir, dass ich zu Hause alle wichtigen Dinge des täglichen Lebens alleine bewältigen kann. Das war noch nicht gegeben. Funktionierten also die groben Dinge (gehen mit Orthesen) bereits sehr gut, musste an den Feinheiten noch intensiv gearbeitet werden, wobei ich zusätzlich zu den täglichen Therapie-Einheiten sehr viel Eigeninitiative zeigte und nahezu tägliche Übungen in Eigenregie absolvierte. Anders geht's nicht!

Was mich natürlich zusätzlich motivierte war meine Familie, die telefonischen Kontakte und ganz besonders deren Besuche. Meine Frau Elisabeth nahm jede Woche die lange Anreise auf sich, um Zeit mit mir verbringen zu können. Wenn meine Töchter mit ihrem Anhang kamen gab es immer schöne Ausflüge, die uns einmal zum Weissensee und ein weiteres Mal zum Presseggersee führten. Erfreut war ich natürlich, dass auch Freunde den Weg zur Gailtal-Klinik auf sich nahmen. Nicht nur deshalb vergingen die insgesamt acht Wochen wie im Flug!

Was ist nun das Ergebnis der Reha in Hermagor?
Die Therapeut*innen, wie überhaupt das gesamte Personal sind top! Die Herzlichkeit ist nicht vorgegeben, sondern ehrlich und wohltuend. Die Behandlungen sind maßgeschneidert und werden, je nach Fortschritt, sehr individuell angepasst. Die eigenen Ergebnisse können sich insofern sehen lassen, da ich im Rollstuhl ankam und das Haus auf meinen eigenen Beinen verlasse (sehr wohl aber mit Orthese). 
Negativ anzumerken ist der Umstand, dass man es hier mit dem Rauchen nicht so genau nimmt. Wie sonst kann es sein, dass man paffenden Patienten stillschweigend gestattet am Balkon ihrem Laster nachzugehen (und somit vor den Zimmern, deren Fenster stets geöffnet sind). Meiner Meinung nach sollte in jedem Raum eine Hausordnung mit klaren Angaben hängen, denn es gibt auch Patienten, die sogar weit über Mitternacht hinein den Fernseher laufen haben.

Mein eigener Blick zurück sagt: 
Die letzten fünf Monate haben mein Leben geprägt und beeinflusst wie nie zuvor! Ich bin in der ersten Hälfte meiner Erkrankung durch die Hölle gegangen und habe in der zweiten Hälfte gemerkt, zu welchen Leistungen der Mensch in der Lage ist - wenn man will! Ich habe den Kampf um mein Leben angenommen und letztendlich ganz gut hingekriegt! Die Mühen haben sich aber mehr als gelohnt, da meine Familie aufatmen und ich mit meinen Lieben noch viel erleben kann und auch will! Eines ist auch klar, ein wenig leiser treten werde ich sehr wohl!

Dass es noch viel zu tun gibt um endgültig gesund zu werden ist mir klar, es wartet also noch viel Arbeit auf mich. Das ist aber eine andere Geschichte!

Hier gibt es alle Folgen von "Marathon des Lebens!"

Samstag, April 16

Reha, zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Über meine Corona Erkrankung habe ich an dieser Stelle ja bereits geschrieben, auch über die Tatsache, dass die Erkrankung mit Long Covid eine unangenehme Fortsetzung fand aus der ich noch immer nicht herausgefunden habe. Doch nicht nur das, sogar meine längst überstandene rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) meldete sich gegen Ende des Jahres 2021 wieder zurück! Das führte dazu, dass zunehmend Schmerzen auftauchten, die ich seit ca. drei Jahren nicht mehr kannte und wieder Medikamente zuführen musste, die ich nicht mehr benötigte. Ich war stolz darauf, die Krankheit in gewisser Weise besiegt zu haben! Ein Trugschluss!

Die Schübe wurden immer öfter, die Schmerzen immer stärker! Nachdem ich bereits im Vorjahr eine Reha beantragte meinte es das Schicksal gut mit mir, den just zu der Zeit als es mir wirklich schlecht ging Mitte März 2022) begann mein Reha-Aufenthalt im Klinikum Malcherhof. Eine Spezialklinik für rheumatische Erkrankungen in welcher ich in der Akut-Phase (2014 bis 2016) bereits mehrmals untergebracht war! Die Überschrift zu diesem Artikel drückt es wirklich so aus wie es war, denn ich war in der Tat zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Denn gerade in der ersten Woche waren die Schübe und Schmerzen so heftig, dass ich nahezu jeden Tag ziemlich verzweifelt und sehr oft den Tränen nahe war! Der Malcherhof hat nun den Vorteil mit Ärzten und sonstigen Spezialisten dauerhaft besetzt zu sein. Zu meinem Leidwesen erhielt ich hohe Dosen an Medikamenten. Das ist nicht ganz mein Ding, war aber notwendig um die im Blutbild deutlich sichtbaren Entzündungswerte, wie auch die Schmerzen, zu senken. Nach knapp einer Woche war ich wieder in der Spur, es ging mir zunehmend besser! Bedingt dadurch war es endlich möglich mich auf die Reha und die tollen Behandlungen zu konzentrieren! Als "braver Patient" nahm ich jede Hilfestellung dankend an!

Gerade in Baden
hat man neben der Reha viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. So bummelte ich mehrmals durch die lebhafte Stadt, der man es anmerkt eine Kurstadt, aber auch früher einmal kaiserliche Sommerresidenz gewesen zu sein. Ich besuchte auch den Kurpark wie auch Rosarium im Doblhoff-Park, letzteres übrigens ein absolutes Muss! Immer wieder war ich - als leidenschaftlicher Fotograf - mit meinen Kameras unterwegs um die schönsten Momente einzufangen. Nahezu täglich war ich zu Fuß unterwegs, speziell zum Nordic Walking, aber am letzten Tag auch als Läufer. Endlich!

Zurück kommend auf den eigentlichen Grund meines Aufenthaltes kann ich nun deponieren, es hat sich gelohnt, es geht mir gut! Ich nehme einmal pro Woche ein leichtes Rheuma-Medikament, aber nichts mehr gegen Schmerzen. Meine Blutwerte sind wieder vollkommen in Ordnung, mein Körper beweglicher! Hinzu kommt, dass ich vier Kilo abgenommen habe und mich sehr gut fühle. Natürlich ist mir bewusst, dass sich das ändern kann, aber ich werde alles daran setzen, um einen gesundheitlichen Rückfall zu vermeiden! Ich kann das!

Im nachfolgenden Album finden sich meine Impressionen. Klick aufs Bild, dann bist du dabei!

Mittwoch, Mai 20

Nach Baden, der Gesundheit wegen!

In diesem Blog wurde ja bereits mehrmals darüber berichtet, dass ich seit einigen Jahren an einer rheumatischen Krankheit leide. Dieser Umstand soll hier nicht weiter breit getreten werden, führte aber dazu, dass ich wiederholt zu einem Reha-Aufenthalt im Klinikum Malcherhof in Baden eingeladen werde. Wie eben auch diesmal, wo ich mich von Ende April an knapp drei Wochen lang aufhielt.

Im Gegensatz zum letzten Mal habe ich nun gelernt die Erkrankung anzunehmen. Es bleibt mir eh nix anderes übrig. Dieser innere Meinungsumschwung führte diesmal aber zu einem besseren Genesungsverlauf. Mein Körper sprach auf die umfangreichen Behandlungen wesentlich besser an. Zusätzlich hatten die Physiotherapeuten eine große Freude mit mir, weil ich ein sehr braver und aktiver Patient war. Das Ergebnis daraus ist, dass ich mich wieder besser bewegen kann und die Schmerzen geringer wurden.

Leider war es mir aber nicht - wie im Vorjahr - gegönnt, die wunderschöne Gegend läuferisch zu durchstreifen. Nach wie vor dauert mein Stillstand an. Aber - und das ist erfreulich - ich war sehr viel zu Fuß unterwegs und sehr viele Kilometer auch mit den Nordic-Walking-Stecken. Diese trage ich ja nicht, wie leider viel zu viele, sinnlos durch die Gegend, denn diese Sportart übe ich ja recht professionell aus. Habe ich dazu doch auch eine Trainerausbildung!

Unzählige Male streifte ich also durch das wunderschöne Baden, mit seinem ganz besonderen Flair, vorbei an den vielen Denkmal geschützten Bauten, am Casino vorbei, durch den Kurpark und durchs Rosarium, die Innenstadt und auch außen herum. Die Möglichkeiten der Entschleunigung sind hier vielfältig! Kein Wunder, gilt doch Baden als einer der bedeutendsten Kurorte Österreichs!

Natürlich nahm ich auch die Gelegenheit wahr die nahe gelegene Bundeshauptstadt Wien aufzusuchen. Dazu nutzte ich die beliebte Badner Bahn, deren Geschichte bis ins Jahr 1886 zurück reicht. Die 25 Kilometer bis zur Innenstadt Wiens (Endstation Oper) sind mit vielen Haltepunkten verbunden. Im Zuge einer Kur sollte man aber genügend Zeit haben, um die einstündige Fahrt zu genießen. Wien selbst erlebte ich an einem Samstag, geprägt von der Hast der einkaufenden Menschen und Heerscharen von Touristen aus verschiedensten Ländern. Neben der Innenstadt (Kärntnerstraße, Stephansplatz) machte ich auch Station in der belebten Mariahilfer Straße. Obwohl ich bereits zigmal in Wien war, landete ich erstmals in der Neubaugasse, die durch einen ganz besonderen Mix aus Geschäften und Lokalen besticht. Diesmal zusätzlich mit einem einzigartigen Flohmarkt! So oder so, diese Ecke ist einen Besuch wert!

Der Klinikaufenthalt ging sehr schnell vorbei und brachte diesmal eine wesentliche Verbesserung meines Allgemeinzustandes. Das hat diesmal also mit meiner Einstellung zu tun, ganz besonders aber dem hervorragenden Ärzteteam und den sympathisch engagierten Therapeuten-Team. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!