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Dienstag, April 29

Von St. Veit bis nach New York! 15 Laufjahre im Rückblick!

Es war das Jahr 1999 und gleichzeitig auch jenes in dem ich fünfzig wurde. Wahrscheinlich erfasste mich eine Form der "midlife crisis" als ich beschloss etwas für meine Gesundheit zu tun und dabei auch die Vorzüge meiner Heimat nutzen zu können. Laufen in der wunderbaren Naturlandschaft Kärntens! Obwohl - man kann mir nicht nachsagen, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt sonderlich sportlich gewesen wäre. Natürlich Schifahren konnte ich ganz gut, mit dem Mountainbike war ich auch ganz gerne unterwegs und Schwimmen gehört in unseren Breiten sowieso zu den Standard-Sportarten. Aber Laufen? Das ist ja mit Anstrengung verbunden!

Vor mir niemand, hinter mir auch nicht besser
Egal, mir war einfach danach! Außerdem zeigte die Waage, dass eine Korrektur nach unten keinen Nachteil darstellt. Mit den damals weitestgehend üblichen Baumwoll-Klamotten wagte ich also die ersten Schritte. Mühselig arbeitete ich mich von bescheidenen Einheiten hin zu längeren Distanzen, um bereits im Juni des Startjahres am ersten Wettbewerb (einem 10-Kilometer-Lauf) teilzunehmen! Nicht ahnend, dass selbiges mit noch mehr Anstrengung und sinnvollem Haushalten der eigenen Kräfte zu tun hat. Es war daher ein lehrreicher Prozess bis ich das Ziel schemenhaft auftauchen sah, um dieses mit letzter Kraft zu erreichen. Nachdem es damals noch nicht üblich war die Zeiten in's Internet zu stellen, hüllen wir den Mantel des Schweigens darüber!

Trotzdem, das Lauffieber hat mich gepackt! Bereits im Jahr 2000 absolvierte ich den ersten Halbmarathon in Klagenfurt. Mein verwegener Gedanke eine Zeit unter zwei Stunden zu erreichen erfüllte sich nicht. Anstatt allerdings beschämt zuzugeben dass ich sechs Minuten über der Zielzeit lag, deponierte ich, dass ich 1 Stunde 66 gelaufen sei! Das roch faul, klang aber trotzdem recht passabel! Der nächste Schritt war Nahe liegend - die Königsklasse des Laufsports musste erklommen werden, der Marathon. Diesen finishte ich erstmals im Jahr 2002 in Wien mit einer Zeit von 4h36! Mit Tränen der Freude in den Augen! Allerdings nicht wissend, dass ich bereits zwei Jahre später (mit 55 Jahren) beim selben Marathon meine (bisherige und ewige) Bestzeit laufen werde - 3:46:50! Trotz unfreiwilliger Klopause nur wenige Kilometer vor dem Ziel!

NYC-Marathon. Mehr geht als Hobbyläufer nicht!
Voll motiviert beschloss ich in meiner Heimatstadt einem Laufverein beizutreten um feststellen zu müssen, dass es keinen gab. Im Jahr 2003 gründete ich kurzer Hand einen - den LaufClub Vitus St. Veit! Der Zulauf war enorm und recht bald entwickelte sich der Verein zu einem Fixpunkt für Läufer und Nordic Walker. Das nächste Ziel war klar - ein Laufwettbewerb muss in die Stadt. So gibt es seit 2004 an jedem ersten Sonntag im Mai den Sonnenlauf, mit Kinderlauf, Viertel- und Halbmarathon. Sowohl der Wettbewerb, wie auch der LaufClub bestehen noch, ich selbst wurde allerdings aus dem eigenen Verein unsanft eliminiert. So kann's gehen!

Neben den regelmäßigen Laufeinheiten mit lieben Freunden - die ich durch den Sport gewinnen durfte - den vielen einsamen Läufen in der Heimat und diversen Urlaubsregionen, gab es natürlich auch viele Wettbewerbe die es zu bestreiten galt. Seien es die liebevoll organisierten Läufe in der Region, diverse Stadtläufe und Halbmarathons, bis hin zu den Marathons, die mich durch Österreich führten, aber auch mehrmals nach Berlin, nach Triest und zum Highlight meines Läuferlebens - dem New York City-Marathon, den ich 60-jährig im ersten Drittel des Finisher-Feldes beenden durfte (trotz Kapitalsturz beim Start und einem Stopp zwecks Wadenkrampf wenige Kilometer vor dem Ziel). Von diesem Ereignis zehre ich heute noch - unvergesslich!

So sehen Sieger beim Zieleinlauf aus!
Dann kam das Jahr 2011! Ich war einigermaßen schnell, fühlte mich gut, landete mehrmals in meiner Klasse am Siegerpodest (so auch beim "eigenen" Sonnenlauf) und fühlte mich irgendwie unbesiegbar! Ab Mitte des Jahres dann ein herber Rückschlag mit der Diagnose - Rheuma. Ich stand nahezu ein halbes Jahr still, war fast unbeweglich und litt unter heftigen Schmerzen. Aufgeben ist aber nicht so mein Ding und so versuchte gegen Ende des Jahres meinen Körper wieder mühsam in Bewegung zu bringen. Ein Kilometer, Stillstand, wieder einer usw. Mit der Zeit wurden die Umfänge größer um dazwischen aber immer wieder pausieren zu müssen. Nach und nach wurde es besser. Nie schmerzfrei, aber ich war zufrieden. Mein Läuferleben veränderte sich allerdings nachhaltig!

Heuer bin ich 65 Jahre alt. Natürlich juckt das Wettbewerbs-Fieber hin und wieder, dem ich zwischendurch einmal erlegen bin - 2012 beim Halbmarathon in Palmanova, noch dazu mit einem mehr als erfreulichem Ergebnis! Nachdem mir von den Top-Marathons noch einer fehlt (London) ist eine Teilnahme nicht auszuschließen. Vorwiegend ziehe ich jedoch meine einsamen Runden durch die Landschaft und genieße jeden Kilometer mit Demut und Dankbarkeit. Der Genuss ist groß genug, absolviere ich doch regelmäßig mehr als 40 Kilometer pro Woche. Mit dem Rheuma habe ich mich arrangiert. Es wird mich nicht unterkriegen und meine Lust am Laufen bremsen, habe ich doch vor noch etliche Jahre anzuhängen.

Rückblickend bin ich also froh und dankbar vor 15 Jahren mit dem Laufsport begonnen zu haben!

Dienstag, April 15

Im Schatten der Kur!

Kuraufenthalt und Kurschatten sind ja oftmals Begriffe, die in direktem Zusammenhang stehen. Das soll aber jeder für sich halten wie er (oder sie) will. Interessant ist es aber allemal, die verschiedensten Bemühungen zu beobachten, wenn z.B. die alten Gockel wieder Hähne werden wollen! Welche "Schatten" wirft so eine Kur also noch?

Generell geht es hier ja darum, dass ich aufgrund meines Rheumas (chronische Polyarthritis bzw. Arthrose) derzeit auf Kur weile, mit dem Ziel, diverse Gelenke schmerzfreier und beweglicher zu machen, da mich das Rheuma doch schon eine Zeit lang schmerzhaft begleitet und meine Bewegungsfreiheit in verschiedenen Bereichen einschränkt! So weit ich das nach zwei Wochen beurteilen kann, ist das Vorhaben gelungen, die Behandlung hier im Klinikum Malcherhof (erstes Foto) ist sehr gut (Spezialklinik!) und greift! Hinzu kommt, dass es sich hier um ein sehr schönes - und völlig neu renoviertes - Haus handelt. Es geht mir gut!

Abseits der Therapien hat man rund um Baden natürlich auch sehr viele Möglichkeiten die restliche Zeit sinnvoll zu gestalten. Alleine die Stadt Baden (zweites Foto) ist einen Besuch wert. Denn die Innenstadt ist sauber, reizvoll und geprägt von vielen alten Villen. Zusätzlich gibt es hier eines der ältesten Casinos Österreichs und gleich ober dem Kurpark unzählige und sehr schöne Wanderwege. Nicht zu vergessen natürlich die unzähligen Heurigenlokale, die ich aber nur von außen kenne! Erwähnenswert auch das große Kultur- und Freizeitangebot in der Gegend und die Nähe zu Wien. Ein Abstecher lohnt sich immer!

Mein Zeitvertreib - außerhalb der unzähligen Behandlungen - galt aber in erster Linie dem Laufen und da findet das Läuferherz eine Menge wunderschöner Laufstrecken (drittes Foto). Eben, hügelig, durch die Weingärten, dem Fluss und/ oder Radweg entlang. Ich zog hier etliche Spuren durch die Gegend (einige sind neu bei AllTrails hinzu gekommen). Und da Laufen nach wie vor zu meiner Lieblings-Freizeitbeschäftigung zählt war ich auch beim Wien-Marathon dabei - erstmals als Zuseher und genau zehn Jahre nachdem ich hier meine bisherige Bestleistung lief - 3:46:50!

Es war sehr interessant dem Treiben ein wenig zuzusehen und ich hatte dann auch das Glück die Zieleinläufe der Spitzenathleten hautnah miterleben zu dürfen. Den starken Äthiopier Getu Feleke und ganz besonders das emotionale Finish der sensationellen deutschen Anna Hahner (viertes Foto). Mit Freudentränen in den Augen! Freude hatten auch einige Bekannte aus meiner Heimat, die ich ca. 500 Meter vor dem Ziel lautstark anfeuerte. An einer Stelle, an der jede Motivation willkommen ist.

Jetzt bin ich noch ein paar Tage hier und widme mich weiter meiner Genesung. Die Hoffnung einer kompletten Gesundung wird sich nicht erfüllen. Wie denn auch, sind doch einige Gelenke bereits ziemlich ramponiert. Eine Verbesserung und Linderung der Schmerzen wurde aber erreicht - und das ist gut so! Ich denke, dass ich meine Erkrankung mit einer Mischung von Eigeninitiative, viel Bewegung, gezielter Ernährung und medizinischer Hilfe gut im Griff habe. So lange ich laufen kann geht's mir gut und das will ich noch sehr, sehr lange!

Samstag, März 1

"Wings for life World Run" - am 4. Mai läuft die ganze Welt! Du auch?

Am 4. Mai 2014 fällt der Startschuss für ein noch nie dagewesenes Laufevent - dem Wings for Life World Run. Schauplatz dieses einzigartigen Wettlaufs - die ganze Welt! Denn zur selben Zeit werden auf fünf Kontinenten tausende Sportler in den Bewerb starten.

40 Locations, 5 Kontinente, 1 Ziel bedeutet, dass an rund 40 verschiedenen Orten rund um den Globus zeitgleich(!) gelaufen wird. Von Tokio bis Washington, von London bis Pretoria, bei Tag und bei Nacht, bei Regen und bei Hitze. Der Startschuss in Österreich fällt um 12 Uhr Mittags in St. Pölten, die Strecke führt durch das Donautal. Gleichgesinnte machen sich etwa um 3 Uhr morgens in Kalifornien oder um 18 Uhr in Taiwan für einen guten Zweck auf den Weg. Sie alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sie unterstützen Wings for Life bei der Mission, Querschnittslähmung heilbar zu machen.

Wie kann das funktionieren?
Beispiele zu Distanzen & Geschwindigkeiten
Hobbyläufer werden gemeinsam mit Profis am Start stehen. Statt einer traditionellen statischen Ziellinie werden die Läufer vor einem sogenannten „Catcher Car“ herlaufen, welches eine halbe Stunde nach dem Startschuss bei jedem der Läufe seine Fahrt mit festgelegter Geschwindigkeit aufnimmt. Sobald jemand vom Catcher Car überholt wird, ist für ihn der Lauf vorbei. Das bedeutet, dass die eigene Distanz von der eigenen Kondition und Motivation abhängt. Gelaufen wird, bis weltweit nur noch ein Mann und eine Frau auf den Beinen sind. Diese werden dann zum „Wings for Life World Run Champion“ gekürt.

„Das Herausragende beim Wings for Life World Run ist, dass es zwar eine Startlinie, jedoch keine Ziellinie gibt. Dieses Konzept finde ich unglaublich faszinierend“, so der britische Olympiamedaillengewinner Colin Jackson, Sportdirektor des Wings for Life World Run. „So etwas gab es noch nie – ein Auto fährt den Läufern eine halbe Stunde nach dem Start hinterher, egal ob in Neuseeland, in Südafrika oder in Großbritannien und der Lauf startet wirklich überall zur selben Zeit.“. In Österreich organisiert Michael Buchleitner den Ablauf der Veranstaltung: "Mit der technischen Umsetzung habe ich Gott sei Dank nichts zu tun“, schnauft er durch. Schließlich müssen die „Catcher Cars“ auf der ganzen Welt synchronisiert werden. „Die Autos haben alle ein punktgenaues GPS-System an Bord, welches ihnen kleinste Abweichungen von ihrer Ortsangabe anzeigt und somit Korrekturen ermöglicht.“ 

Lauf auch DU für jene die es nicht, oder nicht mehr können - mit nur 40,- bist du dabei!
Denn den Erlös aus diesem Rennen übergibt Red Bull zu 100% an die Wings for Life Stiftung. Sie setzt sich für wissenschaftliche Projekte ein, um dadurch die Fortschritte in der Rückenmarksforschung voranzutreiben. Alle Läufer, die für einen guten Zweck und gemeinsam mit prominenten Botschaftern an diesem einmaligen Wettkampf teilnehmen möchten, können sich unter wingsforlifeworldrun anmelden. Weitere Informationen gibt es unter www.wingsforlifeworldrun.com. Bild- und Videomaterial zur redaktionellen Verwendung gibt es unter www.wingsforlifeworldrunnewsroom.com. Und mit dem "Wings for Life Goal Calculator" kannst du sogar dein eigenes Laufziel finden!

Montag, Dezember 16

"Der tut nix ...!"

Seit einigen Monaten ist Martin Rütter mit seiner Show "Der tut nix" in Deutschland und Österreich auf Tour, so zuletzt auch in Graz. Gemeinsam mit meiner Frau, unseren Töchtern und einem ihrer Freunde besuchten wir die Veranstaltung. Klar, hatte ich doch als Kind einen Hund (siehe Foto), dann später wegen unserer Kinder wieder einen und jetzt haben die selbst ihre Vierbeiner!

Es war eine sehr kurzweilige Show, die so manchen HundebesitzerInnen humorvoll den Spiegel vor Augen hielt, mit einem überragenden Hundetrainer, der es locker schaffte eine riesige Menschenmenge stundenlang zu unterhalten Im sehr kurzweiligen Programm gab es nicht nur eine Übersicht der Verhaltensweisen verschiedenster Rassen, sondern auch welche, die das Verhältnis zwischen Mensch und Hund darstellte. Und da ich mit diesen als Läufer oft - und mehr als mir lieb ist - in Kontakt komme, habe ich dazu so meine eigenen Erfahrungen!

"Der tut nix!", oder noch öfter "Meiner tut nix!" schallt es mir dann oft entgegen, wenn ich so meine Laufrunden ziehe. Sprüche also, die viele meiner läuferischen Leidensgenossen nur allzu gut kennen, die Hunde selbst deren Sinn aber nur selten verstehen und/ oder ignorieren. Wie folgendes, aktuelle Beispiel zeigt:

Ich im Alter von 5 Jahren mit meiner Hündin Asta
Ich lief eine schöne, lange Runde und war nur mehr ein paarhundert Meter vom Wohnhaus entfernt, als vor mir zwei Frauen gingen, ins Gespräch vertieft, der Hund freilaufend. Ich kam näher und der Hund lief auf mich zu. Spielen, oder beißen wollend war mir in dem Moment egal, er hatte meine Unterschenkel im Visier! Ich wehrte ihn jedenfalls ab und bat die Damen, die mich sowieso kaum wahrnahmen, den Hund an die Leine zu nehmen, wenn sich Läufer nähern. Die Antwort war: "Regn's ihnan nit auf, der tuat eh nix!", um dann noch zu erfahren an der Attacke selbst schuld zu sein. Wie kann ich einfach so daher laufen ohne mich schon hunderte Meter vorher bemerkbar zu machen?! Da macht sich bei mir Ratlosigkeit breit!

Das ist ein relativ harmloser Zwischenfall. Es gibt genügend deftigere Geschichten, die in Laufblogger-Kreisen immer wieder kursieren. Und man merkt, dass hier unterschiedliche Welten aufeinander treffen. Hunde sind sehr selten angeleint. Gesetzlich nicht ganz OK, kann man aber doch Verständnis aufbringen, denn sie brauchen ihren (kontrollierten!) Auslauf. Sie trifft auch keine Schuld, denn das Problem liegt zumeist bei den Besitzern, die ihre Lieblinge oft kaum beachten und diese höchst selten im Griff haben. Dabei wäre es so einfach, wenn ...

... Hundebesitzer folgende Anregungen beherzigen:
- nehmt eure Lieblinge an die Leine, wenn sich Läufer nähern. Zeigt diesen, dass ihr den Hund im Griff habt!
- berücksichtigt bitte, dass es Menschen gibt, die zum Teil panische Angst vor Hunden haben
- denkt daran, dass auch der bravste Hund unberechenbar sein kann (Beispiele gibt's genug)

... Läufer folgende Anregungen beherzigen:
- achtet auf den Besitzer. Denn quasselt dieser mit anderen oder telefoniert eifrig kann's gefährlich werden
- werdet langsamer und schaut dem Hund nicht in die Augen, sondern über ihn hinweg
- beschäftigt euch ein wenig mit der Körpersprache des Hundes. Die ist ziemlich aussagekräftig

Ein erträgliches Miteinander geht, wie Martin Rütter überzeugend darstellte!