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Freitag, November 1

Der erste Sonntag im November

... vor zehn Jahren fiel gleichzeitig auf den Allerheiligentag, den 1. November also. Ein Tag, den man den Verstorbenen widmet. Meiner begann leicht regnerisch um ca. fünf Uhr früh im Hotel Wellington in New York, wo ich drei Tage zuvor mit einer größeren Gruppe laufbegeisterter Memschen (aber trotzdem alleine) angereist bin, um eben an diesem Tag beim berühmtesten aller Marathons teilzunehmen, dem New York City Marathon, den ich mir damals zum 60. Geburtstag quasi selbst geschenkt hatte.

Wer die Details wissen will, kann sich in den nachfolgenden Links einlesen, es lohnt sich:
- New York, der Marathon, der Wahnsinn!
- NYC-Marathon 09, der Rückblick
- Patscherter Marathonmann?
- Artikel "Kärntner Regionamedien"
- Die Fotoserie
Mir geht es in diesem Beitrag um das Drumherum, die Emotionen und Erinnerungen

Die Vorbereitungen dazu begannen bereits Monate zuvor, denn die Startplätze sind rar. Eben deshalb muss man auch nachweislich ein gewisses Zeitlimit erbringen um zum Wunschzeitpunkt dabei sein zu können. In meinem Fall waren das 3h45 für die ominösen 42,2 Kilometer. Dass ich das jemals erreiche hätte ich weitere zehn Jahre davor - als ich mit 50 erstmals die Laufschuhe schnürte - nie für möglich gehalten und in New York zu laufen schon gar nicht.

Was ich dann "in der Stadt, die niemals schläft" erlebt habe wird wohl ewig einzigartig bleiben:
Die Anreise war einigermaßen beschwerlich, sitzt man doch ca. neun Stunden im Flugzeug um dann spät abends am Flughafen selbst die Einreiseprozedur über sich ergehen zu lassen. Es waren gefühlte zwei Stunden. Dann endlich einchecken im Hotel in Manhattan. Es ist Mitternacht als wir durch die Straßen bummeln. Man glaubt sich in diverse Filme hinein versetzt, wenn man den Dampf aus den Kanalschächten aufsteigen sieht. Auch die riesigen Werbewände den Broadway entlang faszinieren. Vor allem aber das Leben um diese Zeit. Menschenmassen auf den Straßen und sogar der Rockefeller-Tower hat noch offen, den wir natürlich nach oben fahren und die Aussicht über die Stadt genießen.

Der Tag X am 1. November 2019 war natürlich das absolute Highlight!
Wenn du mit zigtausenden Menschen (aber doch für dich alleine) am Start stehst, den Bürgermeister der Stadt zusiehst wie er die Startpistole knallen lässt und als Draufgabe Frank Sinatras berühmtes New York, New York singen hörst ist das emotional kaum zu überbieten. Mir kommen die Tränen und ich bedanke mich, dass ich das erleben darf! Der "kleine Huber" mittendrin.

Ich hatte das Glück die mehrstöckige Verenzano Narrows Bridge nach dem Start ganz oben laufen zu können und fand bald meinen Rhythmus. Gleich zu Beginn feuern dich tausende Menschen an. Es geht zuerst durch die Außenbezirke Brooklin und Queens um dann über die nie enden wollende und extrem schwere Queensborrow-Bridge nach Manhattan zu gelangen. Dann gehts los, denn ab hier feuert dich der Großteil der zwei Millionen Zuseher frenetisch an. Die 1st-Avenue ist der längste Teil der Strecke. Am Ende wartet die Bronx. Hier drehen wir eine Ehrenrunde um dann wieder nach Manhattan zu gelangen, wo es nun die 5th-Avenue Richtung Central-Park geht. Bedingt durch zweimaligen Stopp durch Krämpfe wird die Zeit knapp, denn ich will unter vier Stunden ins Ziel. Im Central-Park ein ohrenbetäubendes Getöse tausender Menschen. Diese Motivation lässt mich das Tempo auf 15KMH erhöhen um dann recht bald und überglücklich das Ziel mit einer Zeit von 3:59:28 zu erreichen. Pfuh, das war knapp, aber die 400 Höhenmeter sind halt auch nicht so ohne!

Die Zeit danach
Die beiden Tage danach drehe ich jeden Morgen wunderbare Laufrunden durch den nahe gelegenen Central Park mit jeweils über zehn Kilometer. Das Wetter ist traumhaft, die Skyline Manhattans glänzt hinter dem Jackie-Kennedy-Onassis-Reservoir. Ich besuche auch immer wieder den Battery-Park, für mich ein Wohlfühl-Ort, mit Blick zur Freiheitsstatue. Natürlich besuche ich auch das Guggenheim-Museum und schlurfe einen Tag zu Fuß Manhattan von oben bis unten. Gehe dabei über die Brooklin-Bridge, bin erstaunt den Eislaufplatz beim Rockefeller-Center viel kleiner als erwartet zu sehen, war im China-Viertel genauso wie in jenem der Italiener. Und die m&M's World muss man gesehen haben

Fünf Tage dauerte der Aufenthalt, der mir unvergessliche Erlebnisse für ein ganzes Leben brachte
An die 50.000 Menschen werden auch diesmal wieder die Strecke von der Verrazano Narrows Bridge, über fünf Stadtteile hinweg, bis zum Central Park in Angriff nehmen um eines auf alle Fälle zu tun - FINISHEN! Dieses Ziel im Herzen Manhattens will sich niemand entgehen lassen. Das ist auch mit ein Grund, warum dieser einzigartige Marathon wahrscheinlich die wenigsten Ausfälle verzeichnet.

Ich für meinen Teil werde den New York City Marathon wieder am Fernsehschirm verfolgen und die Läufer auf der Strecke gedanklich begleiten. Wie immer am ersten Sonntag im November ...!

Im nachfolgenden Streckenvideo meines Laufes kannst du mich beim unvergesslichen Marathon begleiten

Dienstag, November 7

Laufstrecken im Ausland: Central Park - New York

Gab es bisher Tipps zu Laufstrecken aus der Heimat, so ist heute New York City (NYC) das Ziel der nachfolgenden Vorstellung. Der Grund liegt darin, dass dieser Tage eine der größten und spektakulärsten Laufveranstaltungen der Welt stattgefunden hat, der NYC Marathon, der stets am ersten Sonntag im November zig-tausende Athleten in die Millionen-Metropole bringt. Im Jahr 2009 hatte ich selbst die Möglichkeit an diesem Marathon teilzunehmen, aber auch im wohl berühmtesten Stadtpark der Welt zu laufen. nachfolgend also mein November-Tipp!

Jackie Kennedy Reservoir, Richtung Westen (© RHuber)
Damals wohnte ich in Sichtweite zum Central Park, was in jeder Hinsicht praktisch war. So war es (nicht nur im Sinne der Worte, sondern auch tatsächlich) sehr nahe liegend, dass ich gleich nach dem größten Laufabenteuer meines Lebens die Gelegenheit nutzte den riesigen Park morgens im Laufschritt zu erkunden. Ausgangspunkt war also das Hotel Wellington, von wo man geradeaus in den Park hineinlaufen kann. Mein Ziel war diesen zur Gänze und entgegen des Uhrzeigersinns zu umrunden.  Es war ein wolkenloser Herbsttag und obwohl ich zeitig unterwegs war kreuzten schon sehr viele Menschen meinen Weg.

Westseitig zurück zum Ausgangspunkt (© RHuber)
Ich steuerte den breiten Weg nach rechts an, der sich zu Beginn Center Drive nennt und der Länge nach in den East Drive übergeht und den ich somit ostseitig bis zu seinem Ende weiterlaufe. Bald wird die 79th St und kurze Zeit später die 85th St Transverse überquert um dann gleich über den riesigen See zu staunen der sich vor mir auftut und den ich in dieser Dimension nicht erwartet hätte. Dem Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir welches ziemlich genau in der Mitte liegt und fast die gesamte Breite des Centralparks einnimmt. Hier heißt es innehalten den See und die dahinter in den Himmel ragende und stets beeindruckende Skyline zu genießen.

Ein Eichhörnchen (© RHuber)
Wenn man mit offenen Augen unterwegs ist kann man hier, in der "Grünen Lunge" New Yorks viel sehen und erleben. Die vielen Bäume zeigen ihre herbstliche Farbenpracht, die Eichhörnchen, die ich hier in großer Zahl gesehen habe, holen sich den Futtervorrat. Man trifft natürlich auf unzählige Freizeitsportler, läuft vorbei an etlichen Statuen bekannter Zeitgenossen, wie auch an Spiel- und Freizeitzentren.
Gute Koordinationsübung  RHuber)

Der Weg geht nach mehreren Schlenkern bis hinunter zum Harlem Meer. Was groß klingt, ist in Wirklichkeit nur ein kleiner See an der Nordseite des CP. Das bedeutet, jetzt geht es in einem Bogen nach links weiter und am West Drive zurück. Wieder vorbei am Jackie O. Reservoir welches westseitig umzäunt ist. Bald ist jene Stelle erreicht, an der das Ziel des New York Marathons steht, das ich diesmal allerdings von der Rückseite her durchquere. "Strawberry Fields", die Gedenkstätte von John Lennon ist erreicht, der hier in der Nähe (Dakota Building) erschossen wurde. Wenig später laufe ich nach dem Columbus Circle wieder an die Südseite des Central Parks.

Knapp elf Kilometer habe ich in den Beinen, als ich beim Hotel wieder ankomme und einen Morgenlauf für die Ewigkeit. Traumhaft schön und unvergesslich!! Nachdem ich mich im Hotel frisch gemacht hatte gönnte ich mir im Europa Cafe ein gutes Frühstück um anschließend den südlichen Teil Manhattans zu Fuß zu erkunden ...!

Montag, November 1

Genau vor einem Jahr ...

... am 1. November 2009 habe ich mein größtes, beeindruckendstes und vor allem unvergessliches Lauferlebnis absolviert, den New York City-Marathon! Waren mir vor einem Jahr die Erfahrungen etlicher Laufkollegen hilfreich, die zuvor den NYC-Marathon liefen, so will ich nun ein paar Tipps und Informationen an jene weitergeben, die mich immer wieder besuchen und von denen ich weiß, dass sie heuer dabei sind! Heuer, am Sonntag, den 7. November 2010!

- Startnummern-Abholung, Läufer-Expo
Zwei Tage vor dem Marathon kann man die Startnummern abholen und die große Läufer-Expo besuchen. Es gibt sicher auch heuer ein tolles Teilnehmer-Shirt, aber auch an den Messeständen der Aussteller viele interessante Produkte. Wenn ihr zögert bei den Teilnehmer-Klamotten, greift zu, denn ich ärgere mich heute noch, dass ich gewisse Dinge nicht gekauft habe!

- Empfang im österreichischen Generalkonsulat
Der österreichische Generalkonsul in New York (Dr. Peter Brezovski) lädt die österreichischen Teilnehmer (eh klar) am NYC-Marathon jährlich zu einem Empfang ein. Sehr nett organisiert, zusätzlich gibt es ein leichtes Buffet mit gutem Wein (oder anderen Getränken). In vielen Fällen weisen die Veranstalter aber darauf hin. Muss aber nicht sein! Daher folgende Information dazu:
Treffpunkt am Freitag, 5. November, 19.00h, Österreichisches Generalkonsulat New York, 31 East 69th Street, New York, NY 10021.

- Friendship-Run
Dieser findet am Tag vor dem Marathon statt und ist so eine Art Frühstückslauf von der UNO bis zum Central-Park. Auch wenn du nicht mitläufst, geh hin und schau dir das an, welches die Teilnehmer bieten. Denn die bunte Nationenvielfalt, die fröhlich gestimmt die vier Kilometer absolviert, ist einzigartig anzusehen. Und gelabt wird man danach auch!

- Der Tag!
Du wirst spätestens um 6:00 Ortszeit abgeholt und bist gegen 7:00 am Gelände. Es ist November und am Morgen doch recht frisch! Das bedeutet, du hast hoffentlich alte Klamotten mit, die du bis dahin drüber ziehst, weil der Start - je nach Welle - so um 10:00 Uhr erfolgt. Die Bekleidung wird dann weggeworfen und von Hilfsorganisationen eingesammelt. Bitte pass beim Start auf, denn viele Läufer entledigen sich der Bekleidung erst nach dem Start. Dann geht's dir so wie mir, denn ich bin da voll auf den Asphalt geknallt und hatte schon Bedenken - das war's!
Übrigens: Klo's gibts mehr als genug. Also nur keinen Stress!

- Der Marathon!
In Wellen über die Verenzano Bridge, begleitet von Frank Sinatras New York, New York! Ich habe noch nie so einen "Gänsehaut-Start" erlebt! Alles bestens, alles nach Plan. Nur auf Höhe Guggenheim-Museum musste ich stehen bleiben, weil mich ein Krampf plagte. Dass ich dann mit (m)einer Zeit (3:59:28) gerade noch im ersten Drittel landete zeigt, dass der Marathon langsamer ist als viele andere. Denn damit wäre ich üblicherweise bereits ziemlich abgeschlagen gewesen. Es gibt halt doch ein paar Brücken, die nicht so ohne sind. Und viele Höhenmeter kommen eher gegen Ende des Wettbewerbes. Daher Kräfte gut einteilen! Labestationen gibt's übrigens genug (jede Meile) und Zuseher auch (ca. 2 Mio)!
Entscheidend ist auch, ob du 26,2 Meilen, oder 42,195 KM läufst. Warum? Ich habe während des Laufes gedanklich auf Meilen umgestellt. Davon gab es weniger und mein Kopf hatte mehr Freude damit.
Motivierend soll dich auch die Tasache stimmen, dass in New York nur ca. 1% der Athleten ausfallen. In dieses Ziel wollen alle. Und DU bist dabei!

- Danach ...!
Am Tag danach sollst du noch einmal in den Zielbereich gehen. Es gibt noch immer Finisher-Bekleidung zu kaufen und auch die Möglichkeit, in deine Medaille deine Zeit einzugravieren. Genieße auch noch einmal die Umgebung. Bitte laufe mindestens einmal (am besten am Morgen) durch den Central-Park. Den herbstlichen Park läuferisch zu erleben ist ein unbedingtes MUSS. Dabei solltest du die Route am Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir vorbei wählen!
Jetzt hast du Zeit New York zu erleben. Tu dies so intensiv wie möglich. Ratschläge kann - und will - ich hier nicht abgeben, da die Geschmäcker sehr unterschiedlich sind. Außerhalb der "normalen Sehenswürdigkeiten" ist aber die m&m's world am Times Square eine Sünde wert.

Noch ein paar Sätze zum essen. Ich wäre in New York beinahe verhungert, denn ich fand wenige Lokale in denen mann essbares fand (was mit viel Geld sicher kein Problem ist). Zwei Empfehlungen zum frühstücken kann ich aber abgeben. Europa Cafe und Le Pain Quotiden. Beides in der 7th Avenue, auf der linken Seite Richtung Central Park!

Allen, die sich in den nächsten Tagen auf die Reise machen, wünsche ich eine wunderschöne Reise, einen Lauf zum ganz persönlichen Erfolg und einen wunderbaren Aufenthalt in New York! Alles Gute!!!

- Meine Fotos von New York
- Meine Erlebnisse von New York

Mittwoch, November 25

Patscherter Marathonmann?!

War mein New York Marathon an sich schon ein Erlebnis, welches auf ewig unvergessen bleibt, so gibt es auch "Nachwirkungen" die zusätzlich Freude bereiten!

Wie angekündigt war ich gleich am Tag meiner Rückkehr aus New York zu der Veranstaltung "Gründer für Gründer" eingeladen, die ich natürlich besuchte. Nachdem ich Gründungsberater und diesen Menschen sehr verbunden bin, liegt auch sehr viel "Herzblut" drinnen. So war es für mich geradezu eine Verpflichtung dem Abend, der als Auftaktveranstaltung für einen Gründerverein organisiert war, beizuwohnen. Eine gelungene Präsentation engagierter JungunternehmerInnen, zu der ich auch ein paar Worte beitragen durfte.

Ein paar Tage später wurde ich dann von Herrn Peter Lindner, von den Kärntner Regionalmedien, zu meinem New York Abenteuer interviewt. Das ist insofern beachtlich, da dieses Medium eine sehr angesehene Zeitschrift darstellt und der Redakteur Lindner meine Geschichte sehr menschlich darstellte. An dieser Stelle auch herzlichen Dank dafür!!

Es war mir im Zuge des Gespräches auch gar nicht bewusst, welchen interessanten Weg ich im Laufe der Jahre gegangen bin, denn ich war als Jugendlicher eine echte Niete und habe die meisten Aktivitäten zwecks sportlicher Wertlosigkeit abgebrochen. Besagter Turnlehrer, der in der Zeitung indirekt (richtig) zitiert wurde und den ich ein paar Tage später in meiner Heimatsatdt traf, ist jetzt allerdings wirklich stolz auch mich. Ich auch ...!

Dienstag, November 10

NYC-Marathon 09, der Rückblick!

Nun sind einige Tage vergangen, die Arbeit hat wieder begonnen, die Wirklichkeit ist wieder da, New York in weiter Ferne! Erinnerungen an eine einzigartige Reise sind geblieben:

Anreise, Einreise:
Die Prozedur, die man bei der Einreise über sich ergehen lassen muss vergesse ich lieber. Denn von der Landung am JFK Flughafen, über die Kontrolle der Einwanderungsbehörde, mit dem Schlangen stehen, bis zum Hotel benötigten wir ca. fünf Stunden!

Verpflegung, Unterkunft
Das Wellington Hotel liegt in der 7th Avenue, nahe dem Times Square und ein paarhundert Meter vom Central Park entfernt. Frühstück gibt es keines, es gibt aber im gleichen Gebäude ein Lokal. Für uns Europäer sind aber jene, knapp vor dem Central Park, geschmacklich interessanter. Übrigens Geschmack: Ich fand während des gesamten Aufenthaltes tagsüber und abends nichts essbares. Lag es an mir, oder ist die amerikanische generell so? Für mich teilweise nahe am Sondermüll!

Stadt, Sehenswürdigkeiten:
Runners unlimited hat bereits einige Ausflüge organisiert, die ich gerne annahm. So z.B. gleich am ersten Abend den Besuch im Rockefeller Center, am nächsten Tag die Bootsfahrt um Manhattan herum und tags darauf die Bustour.
Zusätzlich habe ich mit Daniel, oder alleine, das Natural History Museum besucht, das Empire State Building, das Guggenheim Museum und bin mit dem offiziellen Sightseeing-Bus Manhattan abgefahren. Weiters stapfte ich bis Little Italy, China Town, Wall Street, Brooklyn Bridge, Ground Zero und Battery Park. Nicht zu vergessen den Times Square (mehrmals!), 5th Avenue und Broadway!

NYC-Marathon, Laufen:
Das Abenteuer NYC-Marathon habe ich ja bereits beschrieben und wird mir auf ewig unvergessen bleiben. Wenn du Marathon-Läufer bist, dann musst du einmal hier dabei sein. Ich war zuvor im Zweifel, jetzt ist mir klar, dass die Entscheidung goldrichtig war!
Was ebenfalls ein "must" ist, mindestens ein Lauf im Central Park. Bei mir waren es zwei! Beide am frühen Morgen und beide bei traumhaftem Wetter und wolkenlosem Himmel!

Organisation und liebe Menschen:
Das Team von Runners unlimited war sehr bemüht, alle extrem freundlich. Trotzdem finde ich die Organisation in einigen Punkten verbesserungswürdig.
Nie vergessen werde ich die vielen tollen Menschen, die ich auf dieser Reise kennen lernen durfte. Mit einigen war ich sehr oft beisammen, mit anderen weiniger. Das hat natürlich mit dem "Sympathikus" zu tun und mit dem Umstand, dass es im Hotel kein Gemeinschaftstreffen (kein Frühstücksraum) gab und somit wenig Möglichkeiten Treffen zu vereinbaren. Is halt so! Ich danke jedenfalls an dieser Stelle für die vielen Freundschaften, die ich gewonnen habe!

Fazit:
Der New York Marathon ist eine Reise wert. Es fehlen mir die Worte, um meine Eindrücke niederschreiben zu können. Egal, sie bleiben mir sowieso ewig in Erinnerung und teilweise tief in meinem Herzen!

Informationen: Klick auf nachstehende Links
> Asics-Video zum NYC-Marathon
> Link zur Fernsehübertragung 09 (volle Länge!)
> "Fremdbericht" NYC-Marathon 1
> "Fremdbericht" NYC-Marathon 2
> "Fremdbericht" NYC-Marathon 3

Sonntag, November 8

New York, der Marathon, der Wahnsinn!

"New York, New York" von Frank Sinatra spielte man zum Start des NYC Marathon, als sich zigtausende LäuferInnen aus der ganzen Welt auf den Weg über einen der schwierigsten und größten Stadtmarathons der Welt machten. Es ging tief unter die Haut!

Doch der Beginn sollte auch schon das Ende sein, denn (bedingt durch die stundenlange) Wartezeit in der Kälte haben alle Teilnehmer Klamotten an, derer sie sich vor, bzw. während des Startes entledigten. Z.B. mir vor die Beine, sodass ich gleich einen Kapitalsturz hinlegte. Auf und weiter über die beeindruckende Verrazano-Narrows-Bridge, in der obersten, der drei Etagen! Nach der Brücke gleich hinein in die Menge, die bis ins Ziel ein Feuerwerk der Begeisterung hinlegte! Ausgenommen im Viertel der orthodoxen Juden, mit merkwürdig anmutenden Menschen!
Weiter nach Brooklyn und Queens, wo wieder fröhliche Menschen die Straßen säumten, Musik und tolle Stimmung machten und die Athleten versorgten.

Dann wieder Brücken! Zum "aufwärmen" die kleine Pulaski Bridge und dann die Queensboro Bridge, die schon ein Hammer ist und in einem hohen Bogen über den East River führt. Jetzt bist du in Manhattan und läufst die - nicht enden wollende - First Avenue hinauf zur Willis Avenue Bridge bis in die Bronx. Hier führt die Strecke am Stadion der New York Yankees vorbei und danach über die Madison Avenue Bridge wieder zurück nach Manhattan.

Jetzt wird's so richtig hart! Einerseits weil die Fifth Avenue sowieso wieder lang ist und nach oben geht, aber auch weil ich einen Krampf im linken Bein habe und stehen bleiben muß, um ein wenig zu dehnen. Mein Ziel, es unter vier Stunden zu schaffen, wackelt bedenklich! Weiter, bis endlich der Central Park kommt. An der Ostseite des Central Parks hat die Strecke vier Hügel. Hier kommt ein weiteres Stimmungshighlight der Strecke: Central Park South. Klar, es geht auch hier leicht nach oben und hört nicht auf! An dieser Stelle kommen in jedem Jahr sehr viele Zuschauer zusammen und sorgen für die beste Stimmung. Davon neu motiviert geht es am Columbus Circle zurück in den Central Park bis hin zum Ziel an der Tavern on the Green. das nach 42.195 absolvierten Metern, oder 26,2 Meilen erreicht wird!

Mit einer Punktlandung durchlaufe ich nach 
3 Stunden, 59 Minuten, 28 Sekunden, mit Tränen in den Augen, das Ziel!

Der NYC-Marathon, mit einer doch sehr schweren Strecke, war der härteste und schönste Wettbewerb meines Lebens und ein Sieg über mich selbst! Glück, Dankbarkeit und Demut - nach einem äußerst abwechslungsreichem Jahr - erfassen mich.

Für Statistiker noch ein paar Zahlen:
14.961. Platz von 43.741 Gesamt-StarterInnen
185. Platz von 987 Gesamt-StarterInnen in meiner 60iger-Klasse.
113. von den 254 angetretenen ÖsterreicherInnen


Vergleicht man die Zeiten noch mit anderen Marathons, dann erkennt man eine um 3-4% langsamere Zeit. Das ergibt bei den Top-Athleten eine Differenz von knapp 5 Minuten, bei mir an die 8-10 Minuten.

Man mag zu den "Ami's" stehen wie man will, aber diese herzliche und ehrliche Begeisterung den Läufern gegenüber, die sie dir vor, während und nach dem Rennen entgegen bringen, habe ich noch nirgends erlebt!! Ich werde noch viel Zeit benötigen um die Eindrücke dieses einzigartigen Wettbewerbes zu verarbeiten. Es war ein unvergessliches Erlebnis!!

Samstag, November 7

New York, die Ouvertüre!

Die Zeit vor dem Abflug zum New York Marathon verlief sehr spannend und motivierend. Denn ich erhielt sehr viel mentale und mediale Unterstützung! Ersteres durch KollegInnen, Geschäftspartner, Freunde, Bekannte, Verwandte und der feinen Blog-Community.

Große Freude hatte ich, als mein Lieblings-Sender "Antenne Kärnten" meinen Musik-Wunsch einen Tag vor der Abreise erfüllte und mich dann auch gleich zu einem Interview einlud. An dieser Stelle daher danke an Martina (Klementin) und dem netten Team!
Antenne Kärnten: Musikwunsch
Antenne Kärnten: Interview


Ein weiterer Motivationsschub war dann noch ein Artikel in der Regionalzeitung "Kärntner Woche", in dem man mir viel Glück wünschte!

Dann war es so weit! Nachdem mich so viele Menschen gedanklich begleiteten, machte ich mich dann am Donnerstag, den 29. Oktober 09 auf den Weg nach New York. Zu einer Reise, die ich nie vergessen werde!

Dienstag, Oktober 27

Jetzt isses so weit - New York, ich komme!

Ein turbulentes Jahr findet seinen läuferischen Höhepunkt. Mein 60iger und auch der gute Einstieg in die Laufsaison motivierten mich dazu (m)einen Traum zu erfüllen! So meldete ich mich im Frühjahr zum New York Marathon an, um dann später diesen (Spontan-)Entschluss mehrmals in Frage zu stellen.

Läuferisch (damit meine ich vorwiegend die Wettkampfteilnahme) ist das ein "GZSZ-Jahr". Also frei nach der (von mir noch nie angesehenen) Fernsehserie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"! Das hat vorwiegend mit diversen Umständen zu tun, die tief in die Privatsphäre hineinreich(t)en und mich mental zu unterschiedlichen Ergebnissen (bzw. Erlebnissen) führten. Bedingt dadurch, dass ich das Glück habe in einer wunderbaren Familie eingebettet zu sein, einen tollen Beruf - der auch Berufung bedeutet - ausübe, in einer beeindruckenden Firma arbeite, gute Freunde habe und eine virtuelle Blog-Familie, die ich sehr schätze, stehe ich nun doch vor meinem Start in New York! Und das ist gut so!

Ich habe dieses Wochenende ja das Zittern und die Freude vieler Blog-Freunde beim Frankfurt-Marathon miterlebt und genau diese Begeisterung will ich nach Amerika mitnehmen! Einfach dabei sein und meinen ganz persönlichen Erfolg erleben zu dürfen. Inwieweit ich das Erlebte teilen kann weiß ich noch nicht, fahre ich wohl mit knapp 300 Österreichern nach New York, kenne aber bis dato keinen einzigen. Was sich naturgemäß ändern wird ...!

Ich habe also keine Ahnung was mich erwartet. Der Zeitplan liest sich aber spannend und hinzu kommen "Zusatzveranstaltungen", die mir sicher wenig Ruhe, dafür aber viel Abwechslung bringen. Wie z.B. "Halloween" - am Tag vor dem Marathon! Cool ;-)

Mit gemischten Gefühlen, viel Bauchkribbeln und einer (derzeit noch verhaltenen) Begeisterung verabschiede ich mich nun für eine Weile, um mich dann am Wochenende meiner Rückkehr wieder zu melden! Sollte jemand von euch zwischendurch Zeit haben mir ein Däumchen zu drucken so werde ich dies aufsaugen und dankbar annehmen!

Liebe Grüße und bis bald - Reinhard

Dienstag, September 1

New York - der Countdown läuft!

In zwei Monaten ist es so weit, denn genau am Sonntag, den 1. November 2009 startet der 40. New York City Marathon. Der erste Sonntag im November ist diesmal auch der erste Tag des Monats und auch Allerheiligen. Ein Tag also, an dem ich das erleben werde, was ansatzweise im Asics-Promotion-Video eindrucksvoll dargestellt wird:

   

Ich habe mir jetzt auch Anmeldungen der so genannten "D-A-CH" Länder angesehen und da fällt mir auf, wie schwach Österreich eigentlich vertreten ist. Konkret sieht's so aus:
- D(eutschland) = 3.093 Starter
- A(ustria) mit 295 Startern und
- CH, wie Schweiz, mit 971 Startern

Wieviel sich da ändert, entzieht sich meiner Kenntnis. Da aber der Lauf nicht gerade so um's Eck stattfindet und die Vorbereitungen und Kosten doch recht beachtlich sind, wird sich da nicht mehr viel ändern!

Beruhigend war für mich, dass ich in der Teilnehmerliste endlich aufscheine, nämlich mit der "Entry Number" 434301. Ich hab's also "schwarz auf weis" dass ich in New York dabei bin. Jetzt geht's also schön langsam ans "Eingemachte". Das Training sollte also doch gezielt auf dieses Großereignis abgestimmt werden. Nach meiner Zwangspause wird's eh Zeit dass ich wieder den Normalzustand herstelle. Um dann wohl noch etwas draufzusetzen!?

Und - ehrlich -  ich kann's noch gar nicht glauben. Der Huber, der da in der Startaufstellung angegeben ist bin ICH ;-) Wahnsinn!